United Internet nimmt Ausland ins Visier / Gewinne klettern auf 62 Millionen Euro

Donnerstag, 20. März 2003

Der Webdienstleister United Internet will im laufenden Geschäftsjahr die Internationalisierung zügig vorantreiben. Wie Vorstandschef Ralph Dommermuth am heutigen Donnerstag im Rahmen einer Pressekonferenz in Frankfurt mitteilte, haben die Entscheider des börsennotierten Unternehmens vor allem Großbritannien, Frankreich, Spanien und die USA im Visier, wo man mit einer aggressiven Preispolitik den Wettbewerbern Marktanteile abjagen will. Dabei sollen laut Dommermuth Produkte wie Web-Hosting, Online-Shops und Net-Services im Mittelpunkt stehen. In den USA will United Internet bereits im 3. Quartal an den Start gehen, ohne jedoch massive Investitionen zu tätigen. "Es wird sich um ein kleines Team handeln, das mit einem relativ geringen Budget ausgestattet wird", so Finanzvorstand Norbert Lang.

In Großbritannien gestalten sich die Gespräche mit potenziellen Übernahmekandidaten offenbar schwieriger als erwartet. So konnte in den Verhandlungen mit den Wunschkandidaten noch kein Durchbruch erzielt werden - und Alternativen sind rar: "Es ergibt für uns keinen Sinn, kleine Wettbewerber zu übernehmen", so Dommermuth. Auch der Kauf mehrerer kleiner Anbieter biete sich wegen der hohen Integrationskosten nicht an. In Großbritannien konnte United Internet eigenen Angaben zufolge seit dem Markteinstieg im Oktober 2000 bereits 75.000 Kundenverträge abschließen. Mit 85.000 registrieren Domains sieht sich das Unternehmen als die Nummer 5 der Web-Hosting-Anbieter auf der Insel.

Im Kernmarkt Deutschland hat United Internet im vergangenen Geschäftsjahr abermals schwarze Zahlen geschrieben. Das Ergebnis beträgt 62 Millionen Euro, während es im Vorjahr noch 23,8 Millionen Euro waren. Der um Sonderfaktoren bereinigte Gewinn vor Steuern (EBT) liegt damit bei 38,8 Millionen Euro, während man sich im Vorjahr noch mit 42,6 Millionen Euro im Minus befand. Besonders gut ist das 4. Quartal verlaufen, wo das EBT bei 11,2 Millionen Euro lag. Gefallen ist dagegen der Konzernumsatz: Mit nun 320 Millionen Euro verzeichnet man einen Rückgang um 38 Prozent. Zum Montabaurer Unternehmen gehören unter anderem die Internetprovider 1&1 Internet und Schlund + Partner sowie der Messaging-Dienst GMX. mas/kj
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