United Internet Media und Adlink schließen Fusion nicht mehr aus

Dienstag, 02. Dezember 2008
Will Synergiepotenziale erschließen: UIM-Vorstand Matthias Ehrlich
Will Synergiepotenziale erschließen: UIM-Vorstand Matthias Ehrlich

Jetzt ist es offiziell: Wie HORIZONT bereits in Ausgabe 48/2008 berichtet hat, führen der Online-Vermarkter United Internet Media (UIM) und das Schwesterunternehmen Adlink Internet Media derzeit Gespräche über eine Ausweitung der strategischen Zusammenarbeit - eine gesellschaftsrechtliche Integration der beiden Dienstleister ist dabei "nicht ausgeschlossen", wie es in einer Unternehmensmitteilung heißt. Sollte es zu einem Verschmelzen der Firmen kommen, stehe die Börsennotierung der Adlink Group nicht zur Disposition. Gleiches gilt für die Positionierung von Adlink als Fremdvermarkter und UIM als Dienstleister für Eigenmarken wie GMX.de sowie Web.de.

"Die Vermarktungs- und Technologiekompetenzen von United Internet Media und die Drittvermarktungs- und Produktkompetenz sowie die weiteren Geschäftsmodelle der Adlink Group wie das Affiliate-Geschäft und das Domain-Marketing sind vielfach komplementär und lassen sich sehr gut kombinieren. Wir prüfen derzeit, inwiefern weitergehende Formen der Zusammenarbeit eine Bündelung und Skalierung dieser Stärken, die Schaffung von Wettbewerbsvorteilen und die Erschließung von Synergiepotenzialen für beide Seiten ermöglichen", erklärt UIM-Vorstand Matthias Ehrlich.

Die beiden Unternehmen arbeiten bereits seit September im Targeting-Bereich zusammen. Adlink nutzt seitdem als erster Partner exklusiv das System Target Group Planning von UIM. Der Grund für die Ausweitung der Kooperation dürfte laut Insidern die aktuell schwierige Situation von Adlink sein. Zwar bestreitet dies UIM, da die Entscheidung für eine Intensivierung der Zusammenarbeit schon vor einiger Zeit gefallen sei. Jedoch heißt es aus gut informierter Quelle, dass durch die aktuellen Probleme von Adlink das Thema an Aktualität gewinnt.

Erst vergangene Woche wurde bekannt, dass MTV Networks den Ende des Jahres auslaufenden Vertrag mit dem Dienstleister nicht verlängern wird. Zudem hat bereits der wichtigste Kunde OMS Online Marketing Service angekündigt, Adlink das exklusive Vermarktungsmandat spätestens Mitte nächsten Jahres zu entziehen. Diese Verluste sind schwer zu verkraften, hat das Unternehmen im 3. Quartal doch einen deutlichen Gewinneinbruch hinnehmen müssen. Nach Meinung von Experten könnte eine Zusammenführung von Adlink und UIM das erste prominente Beispiel der Konsolidierungswelle auf dem Online-Markt sein. bn
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