United Internet: GMX und 1&1 sollen näher zusammenrücken / Druck auf Adlink wächst

Freitag, 08. März 2002

Die börsennotierte Internetholding United Internet will im Laufe des Geschäftsjahres 2002 ihre auf Online-Kommunikationsdienstleistungen spezialisierte Tochter GMX näher an den Provider 1&1 heranführen. Das sagte der Vorstandsvorsitzende Ralph Dommermuth im Rahmen einer Pressekonferenz in Frankfurt am Main. So wolle man etwa Entwicklungszentren der beiden Unternehmen zusammenlegen, um weitere Synergien realisieren zu können, so Dommermuth weiter.

Im Geschäftsjahr 2001 hat United Internet den Umsatz um über 18 Prozent auf 230,7 Millionen Euro gesteigert. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen stieg von 0,1 Millionen Euro im Vorjahr auf 23,8 Millionen Euro. Das Vorsteuer-Ergebnis des Konzerns liegt bei minus 42,6 Millionen Euro.

Sorgenkind von United Internet war im vergangenen Jahr vor allem der Online-Vermarkter Adlink. Während andere Beteiligungsgesellschaften wie etwa der auf mittelständische Unternehmen fokussierte Internet-Provider 1&1 oder der Customer-Care-Spezialist Twenty 4 Help bereits schwarze Zahlen geschrieben haben, fuhr Adlink einen Verlust von knapp 22 Millionen Euro ein.

Dennoch will United Internet vorerst an Adlink festhalten. Ziel sei es, mit der vor wenigen Monaten getätigten Übernahme des europäischen Mediageschäfts von Doubleclick den Turnaround zu schaffen, so Dommermuth. Für 2002 soll Adlink mit einem auf rund 160 Mitarbeiter geschrumpften Team den Umsatz auf 48 Millionen Euro verdoppeln und ein ausgeglichenes Ergebnis vorlegen. "Mittelfristig müssen wir aber prüfen, ob wir die Online-Vermarktung weiterhin als Kerngeschäft betreiben wollen", deutet Dommermuth an.

Für die United-Internet-Gruppe prognostiziert Dommermuth einen Umsatzanstieg von 230 Millionen Euro 2001 auf 302 Millionen Euro im laufenden Jahr. Das Vorsteuer-Ergebnis soll im laufenden Geschäftsjahr mit 22 Millionen Euro positiv ausfallen.
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