Unister stellt Verkauf beanstandeter Produkte ein

Donnerstag, 13. Dezember 2012
Unister verkauft zunächst keinen eigenen Stornoschutz mehr
Unister verkauft zunächst keinen eigenen Stornoschutz mehr

Das Leipziger Internetunternehmen Unister hat auf die Vorwürfe reagiert und den Verkauf seiner umstrittenen Zusatzprodukte vorerst eingestellt. Die festgenommenen Manager schweigen unterdessen zu den Vorwürfen. Am Montag waren Büros und Privaträume des Unternehmens und mehrerer Führungskräfte wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung und der unbefugten Geschäftstätigkeit durchsucht worden. Bei den Ermittlungen geht es um die Frage, ob es sich bei den von Unister angebotenen Dienstleistungen - das Unternehmen spricht von "Zusatzprodukten" wie "Umbuchungsservice" und "Stornoschutz" - um Versicherungsprodukte handelte oder nicht. Unister hat keine Genehmigung für den Verkauf von Versicherungen, wertet die angeboteten Produkte aber als "Nebenleistung zur Reisevermittlung". Bis die Gerichte entschieden haben, will Unister die umstrittenen Produkte nicht mehr weiter anbieten und dafür klassische Versicherungsprodukte anbieten.

Die Ermittlungsbehörden gehen davon aus, dass dem Fiskus durch die nicht gezahlten Versicherungssteuern ein Schaden von einer Million Euro entstanden ist. Unister betont dagegen, dass für die verkauften Produkte Umsatzsteuer entrichtet wurde und daher nach Auffassung des Unternehmens kein steuerlicher Schaden entstanden sei.

Die beiden festgenommenen Manager schweigen unterdessen zu den Vorwürfen. Vor dem Ermittlungsrichter hätten die Männer keine Angaben zu der Sache gemacht, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Dresden. "Wir sind überzeugt, dass die Anschuldigungen alsbald entkräftet sind und die betroffenen Manager entlastet werden", teilte Unister am Mittwoch mit und kritisierte den Einsatz der Ermittlungsbehörden erneut als "überzogen und unverhältnismäßig". Die Geschäfte laufen unterdessen weiter. Bei den beanstandeten Produkten habe es sich ohnehin nur "um einen sehr kleinen Bereich" innerhalb der Produktpalette gehandelt. dh
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