Union will Werbeverbot auf den öffentlich-rechtlichen Hörfunk ausdehnen

Montag, 22. März 2010
Die Diskussion um ein Werbeverbot für ARD und ZDF geht weiter.
Die Diskussion um ein Werbeverbot für ARD und ZDF geht weiter.
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Die CDU will das vom rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck vorgeschlagene schrittweise Werbeverbot für ARD und ZDF auch auf den Hörfunk ausdehnen. "Wir fordern schon lange den stufenweisen Abbau von TV- und Hörfunkwerbung und des Sponsorings in ARD und ZDF", sagte der medienpolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, Wolfgang Börnsen dem Nachrichtenmagazin "Focus". Eine Erhöhung der Gebühren, um die Ausfälle aus der Werbevermarktung auszugleichen, lehnt die Union indes ab. "Das kann man dem Gebührenzahler nicht zumuten", sagte der medienpolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, Wolfgang Börnsen dem Nachrichtenmagazin "Focus". Die Sender sollten erst einmal darlegen, wie sie mit weniger Geld auskommen.

Nach Berechnungen der Gebührenkommission KEF (Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten)werden die ARD-Anstalten in diesem Jahr rund 193,7 Millionen Euro allein aus der Vermarktung ihrer Radiosender erzielen. Laut den Experten der KEF müssten die Rundfunkgebühren um 1,42 Euro steigen, um die Ausfälle durch ein Werbeverbot zu kompensieren.

ARD und ZDF lehnen das von der Politik geforderte Werbeverbot strikt ab: "Werbeverbote sind Gift für die Konjunktur", sagte vergangene Woche Bernhard Cromm, Geschäftsführer der ARD-Vermarktungstochter ARD-Werbung Sales & Services. Das Beispiel Frankreich habe zudem gezeigt, dass private Anbieter nicht von einem Werbeverbot bei ARD und ZDF profitieren würden, sondern dem Markt insgesamt Geld verloren gehe. dh
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