Umstrittene Tagesschau-App geht am Dienstag online

Montag, 20. Dezember 2010
ARD hält an seinen Plänen fest und startet morgen seine Tagesschau-App
ARD hält an seinen Plänen fest und startet morgen seine Tagesschau-App

Nach heißen öffentlichen Diskussionen startet der NDR morgen seine umstrittene Tagesschau-App. Die kostenlose Applikation bietet "keine zusätzlichen Inhalte, aber mehr Komfort bei der Nutzung", fasst Kai Gniffke, Chefredakteur bei ARD Aktuell, das Angebot zusammen. "Smartphone-User können künftig ohne viele Klicks auf verlässliche News mit dem Qualitätssiegel Tagesschau zugreifen. Tagesschau.de schließt damit auf zu mobilen Konkurrenzangeboten, die es gratis gibt", so Gniffke weiter. Seitdem der scheidende ARD-Chef Peter Bougoust auf dem Kongress des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) im September angekündigt hatte, eine kostenlose Tagesschau-App anzubieten, stoßen die Pläne auf harte Kritik. "Wenn wir so weiter machen, wird es bald keine finanzierbare freie Presse mehr geben", befürchtet "FAZ"-Herausgeber Frank Schirrmacher.

Und auch Matthias Döpfner, Vorstandsvorsitzender von Axel Springer, ist die kostenlose Nachrichten-App ein Dorn im Auge. Der Verlag arbeitet gerade daran, die iPad- und iPhone-Angebote des Medienkonzerns stark auszubauen und das Geschäftsmodell Paid Content in der digitalen Welt zu etablieren.

In den vergangenen zwölf Monaten haben die Medienmarken von Axel Springer 15 kostenpflichtige Angebote gestartet. Der letzte Schritt von Axel Springer auf diesem Weg: mit der Veröffentlichung der Bild-HD-App Anfang Dezember hat der Verlag den Zugang auf das Internetportal der Bild-Zeitung für alle Nutzer eines iPad gesperrt. Der Inhalt ist nur noch über eine kostenpflichtige Applikation zu erreichen. hor
Meist gelesen
stats