Umstrittene Haushaltsabgabe: ARD und ZDF können offenbar mit steigenden Einnahmen rechnen

Dienstag, 08. Januar 2013
Die neue Rundfunkgebühr sorgt weiter für Diskussionen
Die neue Rundfunkgebühr sorgt weiter für Diskussionen

Die neue Haushaltsabgabe spült den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten offenbar Mehreinnahmen in Millionenhöhe in die Kassen. Nach Berechnungen der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) können ARD, ZDF und das Deutschlandradio in der laufenden Gebührenperiode mit zusätzlichen Gebührengeldern in Höhe von 304 Millionen Euro rechnen. Die KEF schließt daher eine Gebührensenkung ab 2015 nicht aus. Von den zusätzlichen Einnahmen entfallen 197,3 Millionen Euro auf die ARD, 60,1 Millionen auf das ZDF und 46,7 Millionen Euro auf das Deutschlandradio. Das berichtet das "Handelsblatt" am Dienstag unter Berufung auf Zahlen der KEF. Daher sei eine Reduzierung der Rundfunkgebühren bei der Kommission kein Tabu mehr. "Wenn es zu deutlichen Mehreinnahmen kommt, ist auch eine Senkung der Rundfunkgebühren denkbar", sagte KEF-Geschäftsführer Horst Wegner der Wirtschaftszeitung. Eine Senkung sei aber frühestens ab Januar 2015 möglich.

ARD und ZDF gehen davon aus, dass sich Mehr- und Mindereinnahmen in etwa die Waage halten werden. Während WGs und Haushalte mit Kindern entlastet werden, müssen vor allem Unternehmen seit diesem Jahr deutlich mehr bezahlen als zuvor.

Offiziell wollen ARD und ZDF erst nach zwei Jahren Bilanz ziehen, wie sich die Einnahmen durch die neue Abgabe entwickeln. Laut "Handelsblatt" existiert zwar ein Gutachten zur Beitragsentwicklung, das jedoch unter Verschluss gehalten wird. Die Tendenz der Studie sei jedoch eindeutig: "Alle gehen davon aus, die Einnahmen gehen nach oben", zitiert die Zeitung ein KEF-Mitglied, das die Studie kennt. dh
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