Umfrage zu iPad und Co: Die meisten Verlage wollen mehrere Onlinekioske bestücken

Freitag, 04. Juni 2010
Hofft auf Tablet-PCs: VDZ-Manager Alexander von Reibnitz
Hofft auf Tablet-PCs: VDZ-Manager Alexander von Reibnitz

Der Apfel verführt alle zum Reinbeißen. Die Menschenschlangen vor den Shops zum Verkaufsstart von Apples iPad lassen sich auch auf die Interessenlage auf Verlagsseite übertragen: Alle wollen bis Anfang 2011 auf der Vertriebsplattform iTunes vertreten sein, über die Hälfte auf dem geplanten Onlinekiosk von Bertelsmann, jeweils ein Drittel auf den angekündigten Plattformen von Vodafone und Telekom sowie 20 Prozent bei Amazon. Diese Hochrechnung ergibt sich aus einer Mitgliederbefragung des Arbeitskreises E-Publishing des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ). Die Umfrage, deren Ergebnisse HORIZONT exklusiv vorliegen, liefert zum ersten Mal mit Zahlen unterlegte Ansichten und Absichten der deutschen Verlage zum Hype- und Zukunftsthema. Dabei zeigt sich: Die Häuser haben keine eindeutige Haltung zur Anzahl der zu bestückenden Shops. Ein Drittel der Verlage will nur auf Apples Plattform vertreten sein, ein weiteres Drittel zusätzlich in Bertelsmanns Onlinekiosk und das letzte Drittel auf mehr als zwei Plattformen.

Dem Digitalgeschäft auf mobilen Endgeräten trauen Verlage ab 2013 einen Anteil von rund 6 Prozent an den Gesamterlösen zu. „Die größte Chance der Tablets und der E-Magazine, die auf ihnen laufen, sehen die Verlage in der Erschließung zusätzlicher Nutzungssituationen", sagt Alexander von Reibnitz, VDZ-Geschäftsführer Digitale Medien/Neue Geschäftsfelder und Leiter der Arbeitsgruppe.

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Die Folge: Bereits bis Anfang 2011 wollen die Häuser im Schnitt 45 Prozent ihres Titelportfolios als kostenpflichtige Apps aufs iPad schicken. Den geldwerten Zusatznutzen gegenüber dem offenen Web-Angebot sollen neue Speicher-, Such- und Navigationsfunktionen sowie neuartige Zusammenstellungen der Inhalte bringen. Eine Verknappung ihrer Gratis-Inhalte im offenen Web lehnen die Verlage dagegen ab. Fürs Bezahlen setzen die Häuser vor allem auf Pay-per-Download- und Abo-Modelle. Beim Pricing wollen sich über zwei Drittel an Print orientieren, plus/minus 10 Prozent. rp

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