Umfrage: Zeitschriftenverlage erwarten Anzeigenplus / Kooperationen werden wichtiger

Donnerstag, 06. Oktober 2011
Die Zeitschriftenverlage rechnen mit steigenden Anzeigenumsätzen
Die Zeitschriftenverlage rechnen mit steigenden Anzeigenumsätzen


Die Zeitschriftenverlage in Deutschland rechnen in diesem Jahr mit einem Wachstum des Anzeigenmarktes von 3,9 Prozent und im kommenden Jahr mit 2,6 Prozent. Im Rubrikenmarkt allerdings befürchten sie ein Minus von 0,5 (dieses Jahr) und 0,7 Prozent (2012). Die Entwicklung des Volumens im Vertriebsmarkt schätzen die befragten Verlage als stabil ein: plus 0,1 (dieses Jahr) beziehungsweise 0,4 Prozent (2012). Dies geht aus einer Studie des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ), der Unternehmensberatung KPMG und der Hochschule Fresenius hervor. Danach rechnen die Magazinverlage in diesem und im kommenden Jahr mit deutlich steigenden Wachstumsraten im Internetgeschäft (11,3/15,1 Prozent) und bei mobilen Diensten (12,3/9,3 Prozent). Das Digitale ist also Wachstumstreiber - allerdings immer noch auf niedrigem Niveau: Der Umsatzanteil via Internet steigt nach den Erwartungen der Verlage von derzeit 7 Prozent auf 9 Prozent im kommenden Jahr und 11 Prozent in 2014, bei den Publikumszeitschriften gar auf 15 Prozent. Der Erlösanteil aus mobilen Diensten wird 2012 erst 1 Prozent betragen und sich nach den Erwartungen der Verlage bis 2014 sagenhaft "verdoppeln" - auf dann 2 Prozent.

Insgesamt rechnen die Zeitschriftenverlage in 2011 und 2012 mit einem leichten Wachstum bei Umsätzen und Profitabilität; dabei schätzen die Großverlage ihre Geschäftsentwicklung positiver ein als die kleinen und mittelgroßen Häuser.

Zudem untersucht die Studie "Kooperationsstrategien im Verlagswesen", so der Titel. Drei Viertel der Zeitschriftenhäuser haben bereits positive Erfahrungen mit Kooperationen gemacht und wollen sie in den nächsten ein bis zwei Jahren ausbauen, um Wachstums- und Synergie-Effekte zu erzielen. Gab es Kooperationen bislang vor allem im Printbereich, kommen sie jetzt auch im Digitalgeschäft, so die Autoren. Erfolgsfaktoren seien gegenseitiges Vertrauen, klare Verantwortlichkeiten, Transparenz und offene Kommunikation.

Verlagskooperationen finden derzeit vornehmlich innerhalb der Medienbranche statt: 49 Prozent der befragten Häuser tun dies bereits, 5 Prozent planen es für 2012. Die Technologiebranche ist der zweitwichtigste Kooperationsbereich (34 und 6 Prozent). Hier gelten vor allem Software-Firmen und Online-Communities als attraktive Partner.

Grundsätzlich bieten sich den befragten Verlagen in strategisch wichtigen Geschäftsbereichen wie Produktentwicklung, Marketing und Redaktion vor allem Kooperationen mit externen Partnern wie IT-Dienstleistern und Werbeagenturen an. Reine Medienkooperationen seien dagegen eher für "unsensible Bereiche" wie Marktforschung, Druck und Vertrieb geeignet. Hinsichtlich der Risiken und Nachteile verweisen die meisten Verlage auf einen höheren Organisationsaufwand, Mangel an geeigneten Partnern, Kommunikationsprobleme und steigende Abhängigkeiten.

Die Befragung wurde in diesem Juni/Juli durchgeführt und basiert auf 59 ausgewerteten Fragebögen. Dahinter stehen nach Angaben der Autoren Verlagshäuser aus allen Umsatzklassen, die rund zwei Drittel des Branchenumsatzes repräsentierten. rp
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