Umfrage: Welche Online-Shops Agenturmanager empfehlen

von Jessica Mulch
Mittwoch, 05. Dezember 2012
Wo lässt es sich Online am besten Shoppen? Agenturmanager geben Tipps (Foto: Fotolia)
Wo lässt es sich Online am besten Shoppen? Agenturmanager geben Tipps (Foto: Fotolia)

Der erste Glühwein ist getrunken, das Wohnzimmer ist geschmückt. Für einen ausgiebigen Shoppingbummel in der City ist jedoch noch keine Zeit geblieben. Viele Geschenkejäger gehen mittlerweile immer häufiger Online shoppen. Und dass es ein gutes Weihnachtsgeschäft im E-Commerce wird, davon gehen die meisten Händler aus. Laut dem Blog etailment.de dürfte der Umsatz für den Versand- und Onlinehandel im Vergleich zu 2011 um satte 21 Prozent auf rund 13 Milliarden Euro steigen. Insbesondere die Umsätze über mobile Endgeräte - allen voran Tablet-PCs - nehmen zu. Doch wo lässt es sich besonders gut einkaufen und vielleicht das ein oder andere außergewöhnliche Geschenk erstehen?

HORIZONT.NET hat sich bei Agenturmanagern umgehört und stellt deren Lieblings-Onlineshops vor - nur einer hat einen ganz anderen Tipp. Lesen Sie auf den folgenden Seiten die Antworten von Eric Schoeffler (DDB Tribal), Stephan Horvath (Draft FCB), Felix Stöckle (Landor Associates), Stefan Schmidt (Dieckertschmidt), Bent Rosinski (LLR), Andreas Liehr (Huth + Wenzel), Stefan Kolle (Kolle Rebbe), Birgit Baier (Razorfish) und Thomas Eickhoff (Grabarz). jm

Los gehts mit Eric Schoeffler...

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Eric Schoeffler, Chief Creative Officer DDB Tribal Group in Düsseldorf

Mein Lieblingsonlineshop heißt "Discogs" und er hat alles was ich brauche: Schallplatten. Auf Discogs.com finde ich so ziemlich jede Platte, die ich suche wie zum Beispiel "Young, tough and terrible" von "The Lost Generation" aus dem Jahr 1972. Auf dem Titeltrack findet man den Sample von "Tag am Meer" (Fanta4). Eine echte Rarität! Leider aber auch 99$ teuer.

Das tolle an Discogs ist aber die Kombination aus "Discographie" (Information über Künstler und ihre Musikkarriere) und die Möglichkeit, zu kaufen.

Das Design ist echt nicht der Knüller, und ich habe auch schon funktionalere Seiten gesehen. (Und wenn man es genau nimmt, ist es nicht mal ein klassischer Onlineshop.) Aber Plattenläden sind ja auch immer ein wenig muffig.

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Weiter mit Stephan Horvath, Draft FCB

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Stephan Horvath, President Draft FCB in München

Mein Favorit fürs Online-Shoppen ist Thefancy.com, denn hier kann ich weit mehr tun, als einfach nur einkaufen. TheFancy.com ist eine Plattform, auf der ich neue stylishe Produkte entdecken kann. Und die stellen weder professionelle Händler noch Fashion-Päpste zusammen, sondern Menschen wie du und ich, ganz zufällig.

Auf dem "Visual Social Network" können die User ihre persönlichen Lieblingsprodukte mit ihren Freunden teilen: Da steht ein Koffer im Waschmaschinenstil neben einem Hunde-Swimming-Pool in Knochenform, edle Handtaschen wechseln sich mit einer praktischen Picknicktasche ab, die sich in eine Decke verwandeln lässt – und zwischendurch zeigen sich hochwertige Uhren. Trotz der Fülle an Produkten wirkt TheFancy.com keineswegs überladen, sondern vornehm-zurückhaltend.

Die coolsten Ideen finde ich unter "Gadgets", aber auch unter den anderen Rubriken wie "Reisen & Zielorte", "Arbeitsraum" oder "Autos & Fahrzeuge" werde ich immer wieder fündig. Wem es nicht ausreicht zu stöbern, der kann selbst Produkte sammeln und sie über den Browser oder per Mail hinzufügen. Außerdem kann man anderen Sammlern folgen.

Meist bleibt es aber nicht beim Anschauen und ich gehe auf Shopping-Tour. Mir gefällt es, dass ich gleich über Deals und Neuheiten informiert werde und dass man einmal im Monat eine Fancybox bestellen kann, in der viele der beliebtesten Produkte zu finden sind. Die Box ist immer wieder für eine Überraschung gut. Für Weihnachten habe ich mir auf Fancy schon eine Wunschliste angelegt.

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Weiter mit Felix Stöckle, Landor Associates

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Felix Stöckle, Managing Director bei Landor Associates in Hamburg

Das Konzept des eShops Fab.com ist ziemlich einfach, denn es funktioniert wie eine Art Groupon. Allerdings mit einem wesentlichen Unterschied: Der Shop ist weltweit auf der Suche nach tollen Design-Ideen, Accessoires und Goodies und bietet jeden Tag eine Auswahl neuer Ideen und Produkte – Design Lover bekommen hier immer neue Inspirationen.

Noch wichtiger ist aber, dass Fab nicht nur Mainstream-Design-Produkte in seine Auswahl nimmt, sondern auch jungen, unbekannten Designern eine Chance gibt. Design-Liebhaber sehen hier also nicht nur all die bekannten Alessi- oder Leonardo-Sachen, die sie sowieso überall bekommen. Vielmehr entdecken sie auch Dinge, die sie sonst nur schwer fänden. Solche Produkte und außergewöhnliches Design sind sonst nur auf einem ‚Holy Shit Shopping’-Event zu sehen. Oder sie müssen gezielt kleine, unabhängige Läden in St. Pauli und der Schanze in Hamburg oder in den Berliner In-Vierteln Mitte, Prenzlauer Berg oder Friedrichshain besuchen und gezielt danach suchen.

Und genau das ist es, was Fab für mich besonders macht. Der Shop ist ein Schaufenster: Was passiert gerade in der Design-Welt? Hier erfahre ich es. Das schafft der ein oder andere Design-Blog natürlich auch. Nur: Bei Fab muss der Nutzer nicht mühsam auf die Suche nach dem Lieferanten oder Laden gehen. Bei Fab kann er die Design-Fundstücke seiner Wahl direkt zu sich nach Hause bestellen.

Fab ist also Trend-Blog und eShop in einem. Sehr praktisch. Probiert es aus. Aber vergesst nicht, trotzdem zum ‚Holy Shit Shopping’ in Eurer Stadt zu gehen, um das ein oder andere ‚besondere’ Weihnachtsgeschenk oder Design-Schmankerl zu finden. Merry Christmas Shopping!

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Weiter mit Stefan Schmidt, Dieckertschmidt

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Stefan Schmidt, Mitbegründer Dieckertschmidt in Berlin

Meinen Lieblings-Online-Shop brauche ich eigentlich niemandem zu empfehlen. Den benutzt schon jeder: iTunes! Das ist nicht bloß ein Shop - es ist eine Revolution. Die Neuerfindung eines Vertriebmodells einer gesamten Branche.

Kids wurde eine legale Option geliefert, die sie angenommen haben, was Künstlern wiederum monetären Anteil an ihrem Werk beschert hat. Nirgendwo kaufe ich öfter.

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Weiter mit Bent Rosinski, LLR

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Bent Rosinski, Beratungsgeschäftsführer Lukas Lindemann Rosinski in Hamburg

Mein Tipp: Kickstarter.com. Eine Crowd-Funding Seite, auf der man kreative Jungunternehmer unterstützten kann, indem man ihre Produkte vorbestellt.

Egal ob Film-Projekt, Design-Produkt oder Technologie-Innovation, es ist immer etwas Neues und Ungesehenes "im Angebot". Meine besten Errungenschaften: Makey Makey, ein Invention Kit, mit dem man aus Bananen eine Computer-Steuerung bauen kann. Pebble Watch, eine praktische E-Paper Watch für das iPhone und die Berlin Boombox, ein Papp-Ghettoblaster mit iPhone/MP3-Anschluss. 

Nach der Bestellung wird das Produkt bei erfolgreicher Finanzierung produziert. In den Händen hält man die Bestellung meist 2-3 Monate später. Darum früh anfangen, wenn es um einfallsreiche Weihnachtsgeschenke geht. Der Vorteil: Man bekommt nicht nur ein brandneues Produkt, sondern unterstützt kreative und ambitionierte Jungunternehmer in ihrem Vorhaben.

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Weiter mit Andreas Liehr, Huth + Wenzel

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Andreas Liehr, Geschäftsführer Huth + Wenzel in Frankfurt

Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein sind heute Teil unserer Lebensgewohnheiten. Und um unser Leben mit möglichst schönen, nützlichen und fair produzierten Dingen zu bereichern, gibt es den Avocado Store (Avocadostore.de) mit aktuell über 39.000 Produkten.

Ob eine handgearbeitete iPhone-Dockingstation aus Echtholz, ein USB-Stick aus Mais oder ein kurbelbetriebenes Solarradio: Die Auswahl ist groß, grün und bietet designstarke und ökologische Alternativen für die Geschenkesuche zu Weihnachten. Produkte, die nachhaltig produziert werden und dies auch nachweisen können, schenkt man nämlich doppelt so gerne. Diese Transparenz macht viel Spaß und ein gutes Gewissen.

Der Store funktioniert ähnlich wie der Marktplatz von Amazon: Kleine und große Anbieter können auf Avocado Store ihre Produkte online verkaufen. Die Abwicklung übernimmt Avocado Store.

Doch nicht nur die Produkte überzeugen. Der Aufbau und Look des Shops ist schnörkellos und übersichtlich: In der linken Navigationsleiste finden sich alle Kategorien – gut beschrieben und sinnvoll strukturiert. Viele Bilder und eine ausführliche Beschreibung machen richtig Lust auf die verschiedenen Produkte. Mich lädt die Seite immer wieder zum Stöbern ein – und zum Staunen über die Vielfalt nachhaltiger Geschenkideen.

Ein weiteres Highlight neben dem Online Shop ist der Blog. Hier findet man die Geschichten und Informationen hinter den Produkten: Herstellungswege, Materialinfos und jede Menge nützliche Tipps von Upcycling bis zum Bio-Risotto-Rezept.

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Weiter mit Stefan Kolle, Kolle Rebbe

Foto: Holde Schneider
Foto: Holde Schneider

Stefan Kolle, Kreativchef Kolle Rebbe in Hamburg

Wir betreiben ja selbst Onlineshops, die sind mir folglich die liebsten. Meine Lieblingsshop zu Weihnachten heißt The-deli-garage.com. Der Shop gehört uns und macht zu Weihnachten einen großen Teil des Jahresumsatzes. Deshalb schaue ich jeden Tag rein, allerdings eher ins Backup. Die Produkte leben vom ausgezeichneten Design, die Seite tut das auch. Alles ist sehr klar, aufgeräumt und schnell zu verstehen. Dazu schöne inspirierende Bilder.

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Weiter mit Birgit Baier, Razorfish

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Birgit Baier, Chief Client Officer Razorfish

Die virtuelle Heimat für alle Outdoor Enthusiasten: Rei.com. Der US-amerikanische Online-Shop bietet alles, was das Herz von Wanderern, Kletterern, Campern oder Radlern höher schlagen lässt – von der Klamotte (Brands oder Eigenmarke) übers Zelt bis hin zu Reisen, Kursen, Videos, Community, Loyalty Programm und Büchertipps.

Die in HTML designte Seite ist inhaltsbasiert, einfach zu navigieren und bildet den gesamten Customer Lifecycle ab. Die Plattform zeigt, dass man sich übergreifend Gedanken gemacht hat. Suchen kann man nicht nur nach Marken, sondern auch nach Kategorien, weiterhin geschlechterspezifisch oder nach Alter. Mich begeistert auch die Plattform übergreifende User Experience: Mobile Apps gibt es für alle Belange – als Mobile Web App, Shopping App, Snow Report und Payment App.

Wer einmal auf rei.com gestoßen ist, wird über zahlreiche Kanäle gebunden, unter anderem über Social Media: Es gibt eine Facebook-Site und vor allem einen sehr schönen Blog – alles emotional aufgeladen. Und wer mag, kann sich eine gebrandete Kreditkarte zulegen. Mitglieder bekommen zudem einen Discount auf ihre Einkäufe. Den können sie online oder im "echten" Laden einlösen. Insofern gelingt es den Shop-Betreibern vorbildlich, auf der Plattform rei.com allen Kunden eine virtuelle Heimat zu bieten, in der sie ihre Leidenschaft für Outdoor-Aktivitäten teilen können.

Der Shop rei.com lädt mit seiner Vielzahl an Waren und Angeboten einfach zum Stöbern ein. Denn ist rei.com weitaus mehr als nur eine Einkaufsplattform.

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Weiter mit Thomas Eickhoff, Grabarz

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Thomas Eickhoff, Geschäftsführer Beratung Grabarz & Partner in Hamburg

Ich würde das gerne anders beantworten. Gerade zu Weihnachten gilt: Support your local dealer. Also nicht zum Online-Shop und nicht zur großen Handelskette, sondern zum Laden um die Ecke. Sonst haben wir bald wirklich die totale und anonyme Shopping-Einöde.





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