Umfrage: Trading spielt für Printvermarkter nur eine untergeordnete Rolle

Freitag, 06. Januar 2012
Sehen Trading gelassen: Peter Würtenberger, Stan Sugarman und Andreas Fuhlisch (v.l.)
Sehen Trading gelassen: Peter Würtenberger, Stan Sugarman und Andreas Fuhlisch (v.l.)


Die großen Printvermarkter gehen nicht davon aus, dass Tradingmodelle bei der Vermarktung von Zeitungen und Zeitschriften künftig eine große Rolle spielen werden. Allerdings gibt es Verlage, die Trading durchaus positive Aspekte abgewinnen können. Das geht aus der großen Neujahrsumfrage von HORIZONT.NET hervor. "Insgesamt spielt Trading bei Axel Springer Media Impact und im Markt allgemein eine untergeordnete Rolle", sagt zum Beispiel Peter Würtenberger, Chief Marketing Officer von Axel Springer. Ähnlich äußert sich auch Andreas Fuhlisch, Geschäftsleiter von Bauer Media: "Nur 'billig' wird am Ende nicht funktionieren. Vor diesem Hintergrund kann ich mir nicht vorstellen, dass die klassischen Tradingmodelle bei Publikumszeitschriften eine signifikante Rolle spielen werden."

Zurückhaltender äußert sich Stan Sugarman, Chef von Gruner+Jahr Media Sales. Er gehe davon aus, "dass die Tradingdiskussion uns auch noch im neuen Jahr begleiten wird. (...) Alle Player in der Dreiecksbeziehung Kunde, Agentur, Vermarkter müssen einen effizienten und effektiven Weg der Zusammenarbeit finden, ohne den ein oder anderen zu übervorteilen. Dessen sind sich alle Partner bewusst."

Axel-Springer-Mann Würtenberger kann der umstrittenen Weitervermarktung von Werbeflächen durch Mediaagenturen allerdings auch positive Seiten abgewinnen: "Es handelt sich um einen sehr kleinen von vielen Vertriebskanälen, der vor allem für die Inventaroptimierung von Bedeutung ist. Wir haben damit die Möglichkeit, die eigene Wertschöpfung und die unserer Kunden zu steigern."

Für die Printvermarkter ist das Thema Trading also eher ein Nebenkriegsschauplatz. Für sie spielt der Konkurrenzkampf mit den großen TV-Vermarktern eine größere Rolle, die Print nach wie vor für überbewertet halten. "Wir wünschen uns, dass möglichst viele wichtige Werbungtreibende ihre Mono-TV-Kampagnen kritisch hinterfragen und stattdessen offen sind für eine Effizienzsteigerung durch crossmediale Mediaplanung", gibt Würtenberger die Marschrichtung für 2012 vor. dh 
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