Umfrage: Onliner glauben nicht ans Zeitungssterben

Donnerstag, 24. Januar 2013
Zeitungen überzeugen mit Qualität
Zeitungen überzeugen mit Qualität

In gut recherchierten, regionalen Berichten sehen Internetnutzer die Stärke der Tageszeitung - weil solche Informationen im Netz oft schwer zu finden sind. Meist bieten gedruckte Texte allerdings keinen Mehrwert. In einer Online-Befragung des Instituts Spectos nennen 40 Prozent der Teilnehmer das Internet und die Möglichkeit, kostenlos Informationen abzurufen, als Hauptgrund für sinkende Zeitungsnutzung. Gedruckte Informationen scheinen in weiten Teilen substituierbar zu werden, interpretiert Spectos-Geschäftsführer Niels Delater die Ergebnisse der Untersuchung, bei der das Dresdner Unternehmen im Januar 1725 Onliner hinsichtlich des Medienkonsums befragt hat. "Die derzeitigen Überlegungen der Verlage in Sachen Paid Content können dieses Grundproblem nicht lösen." Die Ursache für den Rückgang liegt aber nicht nur in den kostenlosen Netz-Informationen. 31 Prozent der Befragten sagen, ein Print-Abo sei ihnen zu teuer. Jeder Vierte gibt zudem an, er habe keine Zeit, regelmäßig Zeitung zu lesen.

Trotz der insgesamt sinkenden Zeitungsnutzung besitzen zwei von drei Internetnutzern noch ein Abonnement. 38 Prozent der Befragten geben an, aktuell weniger Zeitung zu lesen als noch vor fünf Jahren - doch der Großteil glaubt auch weiterhin an den Fortbestand der Gattung. Nur jeder vierte Onliner (26 Prozent) prophezeit ein Zeitungssterben.

Dabei profitieren die Printmedien offenbar von ihrer Qualität. Auf einer Skala von eins (sehr unzufrieden) bis fünf (sehr zufrieden) erhalten die Zeitungen eine 3,8. In den Feedbacks der Kunden sieht Delater eine Bestätigung für die intensive Auseinandersetzung mit dem Thema. "Die Kommentare der Befragten bestätigen: Die Zeitung muss über das lokale Geschehen neutral informieren." kl
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