Umbau bei Burda: Todenhöfer und Markwort könnten in Aufsichtsrat wechseln / Welte soll als Vorstand zurückkehren

Montag, 01. September 2008
Philipp Welte kehrt zu Burda zurück
Philipp Welte kehrt zu Burda zurück

Generationswechsel bei Burda: Der 46-jährige Philipp Welte soll als Vorstand zu Burda zurückkehren, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“. Die Spekulationen um eine Rückkehr Weltes zu Burda kolportieren Insider schon seit Wochen. Welte war bis 2006 Geschäftsführer von Burdas wichtiger People-Group („Bunte“) und wechselte dann zu Axel Springer nach Berlin. Dort ist er Chief Marketing Officer und Geschäftsführer des im Frühjahr gegründeten Riesenvermarkters Axel Springer Media Impact. Seine Aufgaben bei Springer sollen von Peter Würtenberger, derzeit Vorsitzender der Verlagsgeschäftsführung der „Welt“-Gruppe, übernommen werden.

Die Personalie Welte gibt Spekulationen zu einem tiefgreifenden Generations- und Machtwechsel bei Deutschlands neuntgrößtem Verlagshaus neue Nahrung. Denn auf dem Flurfunk wird bereits ein noch viel weitergehendes Szenario diskutiert: Burda könnte einen Aufsichtsrat gründen. In diesen könnte Jürgen Todenhöfer, 67, der langjährige Stellvertreter von Hubert Burda, einziehen, so mehrere Insider gegenüber HORIZONT. Ebenfalls dem Aufsichtsrat angehören, könnte dann auch Helmut Markwort, 71, der langjährige Chefredakteur und Herausgeber des Nachrichtenmagazins „Focus“, der im Vorstand derzeit auch zuständig ist für Broadcast und Lifestyle Community. Die bereits seit April für Burda tätige 41-jährige Christiane zu Salm, Ex-MTV- und -Neun-Live-Chefin, könnte dann weitere Zuständigkeiten zu ihrem Amt als Vorstand Crossmedia erhalten – unter anderem die in Burda Community Networks (BCN) gebündelte Vermarktung. An der Spitze des erst im Mai umgebauten BCN steht derzeit Andreas Schilling.

Zum Stellvertretenden Vorsitzenden und damit direktem Todenhöfer-Nachfolger aufsteigen könnte dann der im Vorstand für Technologie und Treasury zuständige Paul-Bernhard Kallen. Dem Vorstand gehört außerdem Justiziar Robert Schweizer an.

Burda dementiert solche Spekulationen derzeit energisch. 

Das 1903 von Franz Burda gegründete Unternehmen wird seit 1987 von Hubert Burda als Vorstandsvorsitzendem und Alleingesellschafter geführt. Todenhöfer ist seither sein Stellvertreter und zuständig für die Verlage, Finanzen und Verwaltung. Zu Burda gehören über 250 Magazine im In- und Ausland sowie zahlreiche Internet- und Radiobeteiligungen. 2007 erzielte das Unternehmen einen konsolidierten Konzernumsatz von rund 1,6 Milliarden Euro – 5,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Wichtigste Sparte waren die Zeitschriften, die rund 1,1 Milliarden Euro zum Umsatz beigetragen haben.
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