Ubercloud: Die Marke ist kein Bollwerk mehr

Dienstag, 20. September 2011
Bei der Ubercloud dreht sich einen Tag vor der Dmexco alles um digitale Kreativität
Bei der Ubercloud dreht sich einen Tag vor der Dmexco alles um digitale Kreativität
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Das Branding hat sich durch die digitalen Kanäle grundlegend verändert.  „Branding ist ein veraltetes Konzept aus dem 20. Jahrhundert", bringt es Ije Nwokorie, Managing Director von Wolff Olins in London, auf dem Dmexco-Preevent Ubercloud in Köln, auf den Punkt.  Eine Marke diene nicht mehr einer statischen Positionierung, sondern nehme eine Rolle ein, sie sei dynamisch, interagiere mit den Konsumenten.  Und er wird noch deutlicher: „Der ursprüngliche Begriff der Marke ist tot."
Nwokorie vergleicht den Wandel des Brandings mit dem Militär. „Die Marke war ein Bollwerk, deren Werte man mit Werbekampagnen gegenüber der Konkurrenz verteidigt hat." Aber dies funktioniere heute nicht mehr. Markenbildung sei sozial geworden. Nicht mehr die Konkurrenz stehe im Mittelpunkt, sondern die Kunden. Und so erfordere das Zeitalter der digitalen Revolution deutlich mehr kreatives Denken und Arbeiten.  „Wir wissen heute nicht, welchen Herausforderungen wir in den nächsten Wochen gegenüberstehen. Wie sollen wir da die Stellung halten?", fragt Nwokorie. Aber gerade durch die Unwissenheit über die Zukunft entstünde mehr Kreativität.



Das Brandingkonzept des 21. Jahrhunderts besteht laut Nwokorie aus drei wichtigen Aspekten: Zum einen müsse ein Unternehmen den Konsumenten erlauben, über die Marke zu sprechen und sich mit ihr zu beschäftigen. Eine Marke müsse flexibel und anpassbar sein. Der zweite Punkt: Die Marke werde vom Verhalten der User bestimmt. Eine Marke wie beispielsweise Skype werde durch die Art und Weise definiert, wie Kunden sie nutzen.

Als dritten Aspekt führt der Managing Director neue Business Modelle an. Ein Autobauer beispielsweise sollte heutzutage nicht mehr nur Autos bauen, sondern neue Wege finden, um Werte zu schaffen. Er führt als Beispiel den Autobauer Mercedes-Benz an, der seine Marke mit der Driving Academy für Fahranfänger jüngeren Leuten näher bringt. Das Verhalten der Verbraucher sei für ein Unternehmen hoch relevant, um mit seiner Marke auch im 21. Jahrhundert erfolgreich zu sein. jm
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