USA: Zeitungsverlage hinken im lokalen Online-Werbemarkt hinterher

Freitag, 01. August 2008

Im lokalen Online-Werbemarkt sind US-Zeitungen inzwischen gegenüber Internetfirmen deutlich in Rückstand geraten. Die Verlage kontrollieren nur noch 27,4 Prozent der lokalen Internetwerbung, im Jahr 2004 waren es noch 44,1 Prozent. Einen Vorsprung haben sich indes Internetfirmen wie Google erarbeitet. Ihr Anteil liegt insgesamt bei 53,3 Prozent. Dies berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung auf das Marktforschungsunternehmen Borrell Associates. Dabei floriert das Geschäft mit lokaler Online-Werbung. Im vergangenen Jahr wuchs der Markt in den USA um rund 57 Prozent. Die Zeitungsverlage schaffen es jedoch nicht, die Werbekunden für sich zu gewinnen - und das obwohl sie die engen Kontakte vor Ort haben. Der Grund: Sie passen ihre Werbeformen im Vermarktungsportfolio nicht an die Bedürfnissen der Werbungtreibenden an. Zum anderen haben sie kleine und mittelständische Firmen jahrelang ignoriert.

Auch in Deutschland zeichnet sich dieses Szenario bereits ab. Google kooperiert seit wenigen Wochen mit dem Verzeichnisanbieter Telegate, um seine Vertriebspower im lokalen Markt zu stärken. Für die regionalen Tageszeitungen bedeutet das ernstzunehmende Konkurrenz. Darüber hinaus treiben überregionale Titel wie "Bild" und "Süddeutsche Zeitung" im Internet ihre Regionalisierung voran. So gibt es für die Städte München, Hamburg und Berlin bereits eigene Ableger von Bild.de. Auch sie wildern damit im Revier der regionalen Zeitungsverlage. bn

Mehr zur Situation auf dem lokalen Online-Werbemarkt in Deutschland lesen Sie in der aktuellen HORIZONT-Ausgabe, die am 31. Juli erschienen ist.

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