USA: Microsoft droht Klage

Montag, 18. Mai 1998

Nach dem Scheitern der Verhandlungen für einen außergerichtlichen Vergleich mit der US-Kartellbehörde droht Microsoft jetzt eine Wettbewerbsklage. Die Kartellbehörde wirft dem Softwareunternehmen vor, mit seiner Quasi-Monopolstellung bei PC-Betriebssystemen auch die Kontrolle des Internet-Zugangs und damit auch des künftigen E-Commerce übernehmen zu wollen. Der Klage wollen sich 20 Bundestaaten anschließen. Microsoft wirft der Behörde vor, mit übertriebenen Forderungen die Chancen für eine Einigung vertan zu haben. Vor allem die Forderung, Microsoft solle in das neue Betriebssystem Windows 98 den Web-Browser des Konkurrenten Netscape installieren, sei nicht akzeptabel gewesen. Von Regierungsseite wird allerdings bestritten, solche Bedingungen gestellt zu haben. Mit der geplanten Auslieferung von Windows 98 an die PC-Hersteller soll jetzt begonnen werden. Ebenso soll mit der Auslieferung an den Einzelhandel wie vorgesehen am 25. Juni begonnen werden. Laut Schätzungen der International Data Corporation (IDC) wird Windows 98 allerdings keine neuen Verkaufsrekorde aufstellen. Der Marktforscher rechnet vielmehr damit, daß die Umsätze in den ersten 18 Monaten im Vergleich zu den früheren Verkäufen von Windows 95 um rund 15 Prozent geringer ausfallen werden.
Zeitgleich zur drohenden Wettbewerbsklage ist Microsofts wiederholter Versuch gescheitert, einen Sitz im Board der Software Publishers Association (SPA) zu erhalten. Der einflußreiche Verband unterstützte in der Vergangenheit wirkungsvoll das Antitrust-Verfahren gegen Microsoft.
Infolinks:
Microsoft, IDC-Report, SPA
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