USA: Jeder vierte Printleser wird bis 2015 auf den Tablet-PC umsteigen

Freitag, 07. Januar 2011
Tablets wie das iPad revolutionieren das Mediennutzungsverhalten
Tablets wie das iPad revolutionieren das Mediennutzungsverhalten
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Printleser USA Harvard iPad Digitalisierung



Nach der Online-Revolution erwarten Experten in den USA bereits in wenigen Jahren die Tablet-Revolution. Glaubt man den Prognosen einiger Verlage werden dort bis 2015 zwischen 20 und 25 Prozent der Printleser vom gedruckten Medium auf Tablet-PCs umsteigen. Dies geht aus einem Bericht des Nieman Journalism Lab hervor, einem Projekt der renommierten Harvard Universität. Basis dieser Voraussage ist der enorme Anstieg der Tablet-Verkaufszahlen: 70 Millionen Geräte sollen 2011 und 2012 in den USA verkauft werden - davon entfallen allein 50 Millionen auf das iPad. Angesichts dieses rasanten medialen Wandels kann die derzeitige Euphorie schnell in ein Gefühl der Bedrohung umschlagen. Zu unrecht, wie Medienjournalist Ken Doctor glaubt. Zwar werden die Einnahmen nicht mehr auf das Niveau von 2005 zurückkehren. Denn trotz innovativer Performance-Modelle, hoch personalisiertem Direkt-Marketing, Social Marketing und standortbezogenen Diensten auf Tablet-PCs würden auch hier die Werbepreise zwangsläufig fallen. Unklar sei lediglich wie weit, wie schnell und wie viel Preisstabilität zu erwarten ist?

Allerdings wiegen seiner Meinung nach die Chancen stärker. Zum einen führe die Digitalisierung nicht nur zu einem Rückgang der Einnahmen, sondern auch zu einem Sinken der Produktionskosten. Weniger Bürogebäude, mobile Journalisten, geringere Ausgaben für Herstellung, Druck und Vertrieb - dadurch könnten Profitabilität und Nachhaltigkeit wieder erreicht werden.

Allerdings fordert er von den Verlagen neue Abomodelle. So gewinne der Verkauf einzelner Beiträge stark an Bedeutung. Damit könne sich der Leser das Contentangebote einer Medienmarke nach seinen eigenen Bedürfnissen zusammenstellen. Außerdem rät Doctor zu Markenabos, um der "All Access"-Revolution zu begegnen: Der Leser möchte schließlich selbst bestimmen, wo, wann und in welcher Form er Inhalte konsumiert. Der positive Nebeneffekt eines Markenabos: "Weniger Verbraucher werden ihr Print-Abonnement abbestellen", da sie einmal für die Nutzung aller Medienangebote einer Marke zahlen. bn
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