US-Werbeverband unterstützt Suchpartnerschaft von Microsoft und Yahoo

Mittwoch, 21. Oktober 2009
Martin Sorrell (WPP), Maurice Lévy (Publicis) - v.l.
Martin Sorrell (WPP), Maurice Lévy (Publicis) - v.l.

Martin Sorrell (WPP), Maurice Lévy (Publicis), Michael Roth (Interpublic) und John Wren (Omnicom) sind ungeduldig. Die Vorstandschefs der weltweit vier größten Werbeagenturen wünschen sich möglichst schnell ein starkes Gegengewicht zum Branchenprimus Google. Deswegen haben sie im Namen des US-Werbeverbandes einen Brief an die amerikanische Justizbehörde einen Brief geschickt, in dem sie sich für die Suchpartnerschaft von Microsoft und Yahoo aussprechen. "Wir glauben, dass der Vorschlag beider Unternehmen, ihre Technologien und ihre Suchmaschinen zu bündeln, gut ist für Werbetreibende, Werbeagenturen, Websitebetreiber und Konsumenten", heißt es in dem Schreiben. Auch Nancy Hill, Präsidentin der American Association of Advertising Agencies (AAAA), drängt in dem Brief auf eine baldige Entscheidung: "Die Kooperation fördert Wettbewerb und sollte so schnell wie möglich genehmigt werden."

Die US-Behörde prüft derzeit, ob die Zusammenarbeit zwischen den beiden Internetkonzernen im Suchgeschäft wettbewerbskonform ist. Microsoft und Yahoo hatten sich im Juli dieses Jahres nach monatelangen Verhandlungen auf die Partnerschaft geeinigt. Schon die Bekanntgabe des Deals hat US-Wettbewerbshüter auf den Plan gerufen, schließlich haben sich hier zwei der drei größten Marktteilnehmer zusammengetan.

Die zunächst auf 10 Jahre befristete Zusammenarbeit sieht vor, dass die erst im Juni 2009 gestartete Microsoft-Suchplattform Bing exklusiv auf allen Yahoo-Websites eingesetzt wird. An den Erlösen, die Microsoft auf den Web-Angeboten seines neuen stategischen Partners erzielt, wird Yahoo über ein Revenue-Sharing-Modell beteiligt. Unternehmensangaben zufolge überweist Microsoft in den kommenden fünf Jahren 88 Prozent der Such-Umsätze, die auf Yahoo-Seiten erzielt werden, an das Web-Portal. Zudem garantiert Microsoft seinem Partner für die ersten 18 Monate Einnahmen in nicht bezifferter Höhe. Yahoo verspricht sich von dem Deal mittelfristig eine Steigerung des jährlichen Betriebsgewinns um 500 Millionen Dollar. Zudem spart sich der Konzern Investitionskosten in Höhe von 275 Millionen Dollar im Jahr. jm
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