US-Newmedia-Dienstleister verlieren 2001 ein Drittel Umsatz

Freitag, 31. Mai 2002
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Bittere Jahresbilanz für die nordamerikanischen Newmedia-Dienstleister: Die Top-100-Agenturen haben nach Angaben des US-Branchendienstes Advertising Age im vergangenen Jahr rund ein Drittel weniger Umsatz mit ihren Multimedia-Dienstleistungen eingenommen als 2000. Schuld am geringen Umsatz sind auch in den USA das Dotcom-Sterben und die allgemeine Konjunkturflaute. Konsequenzen des Dilemmas sind wie auch hierzulande teils drastische Kostenreduktion, Schließungen von Niederlassungen und Entlassungen. So ist die Zahl der Beschäftigten in den gelisteten Agenturen insgesamt um 34,2 Prozent gefallen.

Größter Newmedia-Dienstleister der USA ist Digitas in Boston mit einem Interactive-Umsatz von rund 236 Millionen Dollar und einem Minus von 18 Prozent. Mit deutlichem Abstand und einem Umsatz von 166 Millionen Dollar landet die New Yorker Agentur Scient auf Platz 2. Den Vorjahresersten hat es im vergangenen Jahr besonders stark getroffen: Scient muss ein Minus von fast 76 Prozent gegenüber 2000 verkraften. Euro RSCG Interaction legt um 2,6 Prozent zu und belegt mit einem Umsatz von 161 Millionen Dollar den 3. Rang.

Wie bei dem Drittplatzierten liegen die Wachstumsraten unter den Top 10 im einstelligen Bereich. Verluste wurden in der Spitzengruppe dagegen durchgängig zweistellig eingefahren: Agency.com auf dem 5. Rang verbucht ein Minus von fast 41 Prozent, Modem Media auf Platz 7 verzeichnet für 2001 35 Prozent weniger Umsatz, Razorfish auf dem 8. Rang hat im vergangenen Jahr knapp 64 Prozent weniger Umsatz erwirtschaftet und die zehntplatzierte Agentur Organic hat ein Minus von rund 60 Prozent in den Büchern stehen.

Dennoch gibt es auch in den USA einige Dienstleister, die im vergangenen Jahr kräftig zugelegt haben und damit an die Boomphase der New Economy erinnern: Tribal DDB auf Rang 15 verzeichnet beispielsweise ein Plus von rund 51 Prozent. Die höchsten Zuwachsrate unter den Top 100 hat die Omnicom-Agentur Cline Davis & Mann mit einem Plus von knapp 590 Prozent.
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