US-Kartellamt: Google hat nicht manipuliert, muss aber Mobilfunk-Patente freigeben

Freitag, 04. Januar 2013
Google steht nicht länger unter Beobachtung der US-Kartellbehörde
Google steht nicht länger unter Beobachtung der US-Kartellbehörde


Wichtiger Erfolg für Google: Der Suchmaschinengigant steht in den USA nicht länger unter Verdacht, Wettbewerber zugunsten eigener Produkte benachteiligt zu haben. Die amerikanische Wettbewerbsbehörde Federal Trade Commission (FTC) hatte in die entsprechende Richtung ermittelt, die Vorwürfe nun aber fallen lassen.
Konkret ging es darum, dass bei manchen Suchanfragen in den Ergebnissen Google-Services oder -Produkte ganz oben erscheinen - und so das Interesse der User auf sich selbst ziehen, während andere Unternehmen das Nachsehen haben. Die FTC teilt diese Ansicht in begrenztem Maße, vertritt ansonsten jedoch die Meinung, dass eventuelle Benachteiligungen von Wettbewerbern nicht gewollt seien. Deswegen habe die Behörde nicht die Notwendigkeit gesehen, gegen Google vorzugehen, so FTC-Beraterin Beth Wilkinson.

Google muss dennoch Zugeständnisse machen. Im Unternehmensblog kündigt Hausjustiziar David Drummond an, dass Webseitenbetreiber künftig mehr Wahlmöglichkeiten haben sollen. So könnten sie Inhalte von bestimmten Ergebnislisten wie Shopping entfernen und sollen zudem mehr Freiheiten bei ihren AdWords-Kampagnen bekommen. Insgesamt spreche die Entscheidung der FTC ein deutliche Sprache, so Drummond: "Google-Dienste sind gut für den Nutzer und für den Wettbewerb."

In einem anderen Bereich sieht es die FTC allerdings als erwiesen an, dass Google seine Marktstellung ausgenutzt hat: Im Mobilfunk. Weil Google die Patente, die es mit dem Kauf des Handy-Herstellers Motorola erworben hat, Mitbewerbern unzugänglich machte, habe das Unternehmen eine herausgehobene Stellung im Markt erzielt. Deswegen hat Google sich verpflichtet, Konkurrenten künftig Zugriff auf grundlegende Smartphone- oder Tablet-Technologien zu gewähren. "Die von Google gemachten Zugeständnisse stellen sicher, dass Konsumenten weiterhin die Vorteile eines Wettbewerbs im Online- und Mobilfunkmarkt genießen können", so FTC-Chef Jon Leibowitz.

Durch den Schiedsspruch der FTC geht für Google eine knapp 19 Monate währende Zeit des Bangens zu Ende, so lange hatte die US-Behörde ermittelt. Darüber hinaus entgeht der Suchmaschinengigant der Zahlung von Bußgeldern. Die Freigabe von Patenten jedoch wiegt auch nicht gerade leicht, haben sich geschützte Technologien - siehe Facebook und Yahoo sowie Nokia und RIM - zuletzt doch als Schlachtfeld der Zukunft erwiesen. ire
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