US-Autorenverband probt Aufstand gegen Amazon

Montag, 15. April 2002

Der US-amerikanische Autorenverband Authors Guild hat seine Mitglieder zum Boykott gegen den Onlinehändler Amazon aufgerufen. Der rund 8200 Mitglieder starke Verband wirft Amazon vor, durch den Ausbau des Handels mit Gebrauchtwaren der Buchindustrie großen finanziellen Schaden zuzufügen. Durch den Verkauf gebrauchter Bücher profitieren nach Ansicht des Verbandes ausschließlich die Verkäufer, nicht aber die Verleger und Autoren der Gebrauchtware. Die Folge seien geringere Lizenzgebühren für Autoren und geringere Profite für die Verlage, so die Argumentation. Der Verband hat daher seine Mitglieder aufgefordert, Verweise und Links auf Amazon von ihren persönlichen Websites zu entfernen.

Dass Amazon den Handel mit Gebrauchtwaren einschränkt, ist jedoch unwahrscheinlich, denn der Online-Gebrauchthandel ist hoch profitabel: Vom privaten Verkäufer kassiert das Unternehmen als Vermittlungsgebühr 1,12 Euro sowie 15 Prozent des Verkaufspreises. Zudem entfallen beim Gebrauchtwarenhandel zwischen Usern die Kosten für Lagerhaltung oder Versand. Im vergangenen Halbjahr hat Amazon eigenen Angaben zufolge schon mehr als 15 Prozent der Buch-Umsätze durch den Gebrauchthandel verdient.
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