US-Airlines streichen den Online-Reisebüros die Provisionen

Montag, 05. März 2001

Unruhe bei den Online-Reisebüros: Die US-Fluggesellschaften Northwest Airlines und KLM haben den Online-Reisebüros die Provisionen für die Vermittlung von Flügen gestrichen. Die Anbieter Travelocity und Expedia sackten an der Wall Street auch gleich ab. Sollte das Beispiel Nachahmer finden, wäre die Existenz vieler Online-Reisebüros unmittelbar gefährdet. Vermutet wird, dass weitere Anbieter folgen könnten und damit das US-Airline-Portal Orbitz gestärkt würde.

Ob die Entwicklung in Europa ähnlich verlaufen kann, ist fraglich. Hier haben die Flug-Großhändler, die so genannten Consolidators, eine größere Marktmacht als in den USA. Sie bieten Flüge an, deren Preise sie mit den Airlines individuell ausgehandelt haben und kämen damit als Zulieferer für Online-Reisebüros auch bei einem Boykott der Airlines weiter in Betracht. Trotzdem betrachtet man auch hier die Online-Aktivitäten der großen Fluggesellschaften mit Skepsis: "Das Portal der großen Airlines wird früher kommen, als man sich das vielleicht erwartet hat", schätzt beispielsweise Martin Klein, Chief Operating Officer beim Online-Flugvermittler Flights.com. "Allerdings werden sich die Airlines gerade in Deutschland mit dem starken Consolidator-System nicht auf einen einzigen Online-Vertriebskanal beschränken."

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