Twitter-Buzz: Neuer Papst kann Obama nicht das Wasser reichen

Donnerstag, 14. März 2013
So verkündete der Vatikan die Wahl des Papstes auf Twitter (Bild: Screenshot twitter.com/pontifex)
So verkündete der Vatikan die Wahl des Papstes auf Twitter (Bild: Screenshot twitter.com/pontifex)


"Habemus Papam Franciscum": Nur wenige Minuten, nachdem der argentinische Kardinal Jorge Mario Bergoglio als neuer Papst bekannt gegeben wurde, erwachte der zuvor verwaiste Twitter-Account des Pontifex zu neuem Leben. Wenig überraschen dürfte, dass die Papstwahl auch das Megathema auf der Kurznachrichtenplattform war - für einen neuen Twitter-Rekord reichte es jedoch nicht. Wie Twitter im offiziellen Unternehmensblog mitteilt, wurden am Mittwoch etwa sieben Millionen Tweets zum neuen Papst abgesetzt. Nachem Kardinal Jean-Louis Tauran die Wahl Bergoglios verkündete, seien minütlich mehr als 130.000 Tweets entstanden. Laut "Mashable" rauschten auf dem Höhepunkt 132.000 Papst-Tweets pro Minute durch den Newsstream der Plattform, der Social-Media-Analysedienst Topsy meldet gar 137.000 Tweets pro Minute. Damit fehlte jedoch immer noch ein gutes Stück, um den Rekordhalter in Sachen Twitter-Buzz abzulösen: Die Wiederwahl Barack Obamas als US-Präsident im vergangenen November kam auf 237.000 Tweets pro Minute. Obamas Nachricht "Four more years" unmittelbar nach seiner Wahl hält gleichzeitig auch den Rekord des am häufigsten geteilten Tweets aller Zeiten.

Der Präsident der Vereinigten Staaten ließ es sich denn auch nicht nehmen, dem neuen Papst zu gratulieren - natürlich auch via Twitter. Auf seinem Profil schreibt Obama: "Ich freue mich darauf, gemeinsam mit seiner Heiligkeit Frieden, Sicherheit und Würde für unsere Mitmenschen voranzubringen." Aus Obamas Heimat kamen auch die meisten Wortmeldungen zur Papstwahl: Laut Topsy wurden 22 Prozent aller Papst-Tweets in den USA abgesetzt, dahinter folgen mit 21 Prozent "übrige Staaten".

Argentiniens Präsidentin Christina Kirchner gratuliert (Bild: Screenshot twitter.com/lachristinak)
Argentiniens Präsidentin Christina Kirchner gratuliert (Bild: Screenshot twitter.com/lachristinak)
Doch auf Rang mit 19 Prozent rangiert bereits Argentinien, das Herkunftsland des neuen Papstes. Eine der Gratulantinnen: Christina Fernandez de Kirchner, die Präsidentin des südamerikanischen Staates. Via Twitter gratulierte sie Bergoglio zur Wahl und wünschte ihm Glück für seinen kommenden Weg. Der Topsy-Analyse zufolge kamen vom südamerikanischen Kontinent insgesamt die meisten Tweets zur Papstwahl.

Natürlich lockte das Mega-Ereignis auch einige Trittbrettfahrer in der virtuellen Welt an: Die "Huffington Post" listet eine ganze Reihe falscher Papstprofile bei Twitter auf. Eines davon schaffte es zu besonderer Berühmtheit: Der Account @JMBergoglio sammelte innerhalb weniger Minuten mehrere zehntausend Follower - alle offensichtlich in dem Glauben, nun dem neuen Papst zu folgen. Der Inhaber des Profils zeigte sich auch "sehr glücklich, der neue Papst Franziskus I. zu sein." Ein Blick auf vorige Tweets ("Wenn ich der neue Papst werde, werden mich die Kinder mehr lieben als den Weihnachtsmann") zeigen jedoch, dass es sich bei dem Profil um einen Fake gehandelt haben muss. Der Account ist mittlerweile gesperrt. ire
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