Türkisch für Anfänger: Time Warner will in Dogan-Konzern investieren

Montag, 24. Januar 2011
Time Warner will in türkischen Medienkonzern Dogan Yayin investieren
Time Warner will in türkischen Medienkonzern Dogan Yayin investieren

Die Türkei rangiert in der Rangliste zur Pressefreiheit von "Reporter ohne Grenzen" nur auf Platz 138 von 178. Doch trotzdem mangelt es der türkischen Mediengruppe Dogan Yayin nicht an potentiellen Investoren. Zuletzt ließ der amerikanische Medienkonzern Time Warner verlauten, sich für Unternehmensanteile von Dogan zu interessieren. "Time Warner erwägt, Unternehmensteile von Dogan Yayin zu kaufen, wenn der Preis stimmt und das politische Klima", zitiert "Financial Times Deutschland" (FTD) Jeffrey Bewkes, CEO von Time Warner. Das amerikanische Unternehmen dürfte wohl vorwiegend an Dogans TV-Sendern "CNN Türk" und "Kanal D" interessiert sein. Der türkische Medienkonzern muss sich von Unternehmensanteilen trennen, um eine Geldstrafe von 2,4 Milliarden Euro bezahlen zu können. Beobachter gehen davon aus, dass die hohe Strafe ein Racheakt der türkischen Regierung ist: Nach kritischen Berichterstattungen über einen Spendenskandal im Umfeld der islamisch-konservativen AKP-Regierung, war der Streit zwischen Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan und dem Dogan-Medienkonzern eskaliert, worauf Dogan wegen angeblicher Steuervergehen zu der Geldstrafe verurteilt wurde.

Dass der Konzern daraufhin angekündigt hatte, auch seine profitable Tageszeitung "Hürriyet" verkaufen zu wollen, kam Anfang Januar überraschend. Axel Springer, den die "FTD" als möglichen Käufer handelt, wollte sich auf Anfrage von HORIZONT dazu nicht äußern. "Hürriyet" hat auch in Deutschland eine breite Leserschaft: im 4. Quartal wurden rund 30.000 Exemplare verkauft. hor
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