Trusted Dialog: Markenartikler gründen Initiative zur Stärkung von E-Mail-Marketing

Donnerstag, 18. Juni 2009
Die Mails erhalten nach der Prüfung ein Siegel und ein Markenlogo
Die Mails erhalten nach der Prüfung ein Siegel und ein Markenlogo
Themenseiten zu diesem Artikel:

Marken Otto GMX Postbank eBay Stärkung 1&1 Web.de


Das Ausspionieren persönlicher Daten ist nicht nur für Internetnutzer ein großes Problem. Unter dem sogenannten Pishing-Phänomen leiden auch große Marken, insbesondere dann, wenn sie Transaktionen im Internet abwickeln wie beispielweise Banken, Online-Shops und Auktionshäuser.  Zuletzt wurden Ikea und DHL Opfer von Pishing-Attacken. All diese Anbieter können nur noch stark eingeschränkt via E-Mail mit ihren Kunden kommunizieren, da sich viel Nutzer aus Angst vor Spionage-Software kaum noch trauen, Mails bestimmter Branchen zu öffnen. Nach HORIZONT-Informationen haben zahlreiche Unternehmen aus diesem Grund erst gar nicht damit begonnen, umfangreich in die digitale Kommunikation einzusteigen.

Abhilfe soll die Brancheninitiative Trusted Dialog schaffen, welche die Marken Otto, Postbank, Ebay, 1&1 und "Weltbild" jetzt zusammen mit den Freemailern Web.de und GMX gestartet haben. Im Mittelpunkt steht ein Dienst, der die Echtheit von Mails der beteiligten Marken überprüft. Das Procedere ist wie folgt: Die "Trusted Dialog"-Partner versehen ihre E-Mails mit unsichtbaren Kennzeichen und schicken sie an ihre Kunden. Wenn diese ihre E-Mail-Accounts bei GMX oder Web.de haben, überprüfen die Provider die Echtheit der Nachrichten mittels eines sogenannten Authentifizierungsverfahrens. Fällt das positiv aus, werden die Mails mit einem Siegel versehen, das der Nutzer bereits im Posteingang, also vor dem Öffnen der Mail, sieht. Zusätzlich wird der Absender an gleicher Stelle mittels eines Markenlogs hervorgehoben, was die Klickwahrscheinlichkeit weiter erhöhen soll.

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Jeder Zweite erinnert sich an das Siegel

Die ersten Testläufe fielen positiv aus: Zwei Drittel der Probanden erinnern sich ungestützt an das E-Mail-Siegel von Trusted Dialog. Ebenso viele Befragte sind der Ansicht, dass der Service ein "imageförderndes Signal" dafür sei, dass Unternehmen den Bedürfnissen ihrer Kunden auch im Kundendialog Rechnung tragen. Die mit dem Siegel und Unternehmenslogo gekennzeichneten Mails wurden rund viermal schneller geöffnet als Nachrichten ohne Kennzeichnung. Obendrein stuft jeder zweite Proband die mit einem Unternehmenslogo gekennzeichneten Mails als "besonders sympatisch" ein, sodass die Öffnungsabsicht deutlich höher sei als bei normalen Nachrichten.

Nach Ansicht von Matthias Ehrlich, Vorstand beim zuständigen Vermarkter United Internet Media (UIM), sind die Studienergebnisse ein "klarer Beleg für die gewünschte schutz-, aufmerksamkeits- und vertrauensstiftende Wirkungsweise" im digitalen Dialog zwischen Marke und Kunde.

Trusted Dialolg wird mit Informations- und Aufklärungskampagnen auf Web.de und GMX beworben. Zum Einsatz kommen unter anderem Banner, Newsletter, redaktionelle Specials und sogenannten Infotorials, die ausführlich über Trusted Dialog informieren. Darüber hinaus stellen die Partnerunternehmen das Projekt auf ihren Websites ausführlich vor.

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System ist für andere Provider offen

Zum Start ist die Initiative nutzerseitig auf Web.de- und GMX-User beschränkt. Immerhin ist damit die Hälfte des deutschen Freemailer-Marktes abgedeckt. Laut Ehrlich ist das System aber prinzipiell für andere Provider offen. "Wir verstehen Trusted Dialog nicht als Einzelmaßnahme, sondern als integriertes Marktkonzept mit dem Ziel, einen Marktstandard zu befördern", sagt der Manager, der auch Vizepräsident des Bundesverbands Digitale Wirtschaft ist. Daher sei eine Ausweitung "gut vorstellbar". Entsprechende Gespräche mit anderen Freemailern hätten bereits begonnen.

Bei US-stämmigen Dienstleister dürfte UIM jedoch auf Granit beißen. Denn erfahrungsgemäß sind Unternehmen wie AOL, Yahoo und Hotmail (Microsoft) nur sehr schwer für derartige Projekte zu gewinnen. Das war bereits beim Whitelist-Projekt der Branchenverbände DDV und Eco zu beobachten, das fast vier Jahren nach dem Start immer noch ohne US-Beteiligung arbeitet. brö
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