Trotz schwächelndem Werbemarkt: Zenith gibt Entwarnung für Deutschland

Dienstag, 04. Oktober 2011
Zenith-Manager Frank-Peter Lortz
Zenith-Manager Frank-Peter Lortz

Die Agenturgruppe Zenith korrigiert ihre Wachstumsprognose nach unten. Weltweit wird die Werbewirtschaft demnach 2011 nur um 3,6 Prozent zulegen. Im Juli war das Netzwerk noch von 4,1 Prozent ausgegangen. Die jetzige Voraussage bedeutet rund zehn Prozent weniger Einnahmenzuwachs als noch vor drei Monaten angenommen. Die Werte für Deutschland bleiben jedoch unverändert. Zenith geht davon aus, dass das Plus hierzulande 2,7 Prozent betragen wird. „In Deutschland sehen wir die Entwicklung am Werbemarkt stabil", so Frank-Peter Lortz, Chairman Zenith Optimedia. „Wir sehen derzeit keine Anzeichen dafür, dass wir in Deutschland in eine neue Rezession fallen." Damit wäre der Werbemarkt zumindest in diesem Jahr noch nicht von Schulden- und Eurokrise erfasst.

Seine Aussage spiegelt jedoch nur begrenzt die Stimmung in der Branche wieder. Bei den Vermarktern ist die Verunsicherung hierzulande hoch, hinter vorgehaltener Hand rechnen viele mit einem harten Jahr 2012. Dass die Folgen der Eurorettung und deren Auswirkungen auf die Wirtschaft sich nicht auf die Etatplanung der großen Werbungtreibenden auswirken, glaubt im Moment kaum einer.

Besonders TV als größte Gattung ist skeptisch. Nach dem unerwartet guten Jahr 2010 ist die Umsatzentwicklung 2011 bei den großen Gruppen Pro Sieben Sat 1 und Mediengruppe RTL Deutschland unter den Erwartungen geblieben. „In Deutschland gehört TV nicht mehr zu den Wachstumstreibern des Werbemarktes", analysiert Zenith denn auch. Für die Gattung hatte die Agentur im Juli noch ein Plus von 3,9 Prozent errechnet, nun sind es 3,4 Prozent. Immer mehr Werbungtreibende würden „leichte strategische Budget-Shifts Richtung Internet" vornehmen, so Lortz.

Das zeigt sich auch weltweit: Das mit Abstand am stärksten wachsende Medium ist das Internet. Bis 2013 wird die Gattung jährlich um 14,6 Prozent wachsen. Vor allem Display-Werbung, zu der auch Online-Bewegtbild und Social Media zählen, ist ein wichtiges Investitionsfeld. 17,2 Prozent der Spendings entfallen darauf. 2013 wird das Internet weltweit bereits das zweitstärkste Werbemedium sein und die Zeitungen auf Platz 3 verweisen, prognostiziert Zenith.

Insgesamt erwartet die Agentur für die nächsten Jahre ein stabiles Wachstum: weltweit von 5,3 Prozent in 2012 und 5,5 Prozent in 2013. Für Westeuropa werden es jedoch nur 2,8 Prozent sein, für Nordamerika 3,3 Prozent. pap
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