Trotz neuer Media-Modelle: Pro Sieben Sat 1 erwartet stabile Werbemarktanteile

Dienstag, 16. Oktober 2007
Guillaume de Posch will Marktführerschaft von Pro Sieben Sat 1 verteidigen
Guillaume de Posch will Marktführerschaft von Pro Sieben Sat 1 verteidigen

Der Fernsehkonzern Pro Sieben Sat 1 rechnet nicht damit, dass sich die Anteile im TV-Werbemarkt nach der Umstellung des Media- und Rabattsystems signifikant verändern. "Wir gehen von Stabilität im Werbemarkt aus", sagte Vorstandschef Guillaume de Posch am Montagabend bei einem Pressegespräch in Hamburg. "Die kleineren Sender werden im Werbemarkt erst dann wachsen, wenn ihre Zuschauer-Ratings steigen", so de Posch weiter. In der vergangenen Woche hat Seven-One Media, der Vermarkter der Sendergruppe, ein neues Rabatt- und Honorierungsmodell für Werbekunden und ihre Media-Agenturen vorgestellt. In den nächsten Tagen will IP Deutschland, der Vermarkter der RTL-Gruppe, mit einem eigenen Modell nachziehen. Damit reagieren die beiden großen TV-Vermarkter auf den Bußgeldbescheid des Bundeskartellamts, das den Duopolisten vorgeworfen hatte, kleinere Anbieter mit unerlaubten Rabattpraktiken aus dem TV-Werbemarkt (Nettovolumen 2006: 4,1 Milliarden Euro) gedrängt zu haben. Seven-One Media verbuchte im vergangenen Jahr rund 45 Prozent der Nettowerbespendings, IP Deutschland kam auf 38 Prozent.

Auf dem europäischen Fernsehmarkt erwartet Senderchef de Posch weitere Zusammenschlüsse nach dem Vorbild von Pro Sieben Sat 1/SBS Broadcasting. "Die europäischen Sender müssen starke Medienunternehmen schaffen - sonst werden es andere tun." Zum Beispiel große Internet-Anbieter: "Ich bin fest davon überzeugt, dass Google, Yahoo und Co langfristig in eigene Programme investieren werden", so de Posch. rp



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