Trotz Werbeflaute: United Internet hält Werbedruck stabil

Donnerstag, 26. März 2009
Was Prognosen angeht, lehnt sich United-Internet-Boss Dommermuth nicht allzuweit aus dem Fenster
Was Prognosen angeht, lehnt sich United-Internet-Boss Dommermuth nicht allzuweit aus dem Fenster

United Internet stellt sich auf schwierige Zeiten ein. Im laufenden Jahr erwartet der sonst so erfolgsverwöhnte Konzern nur ein leichtes Umsatzwachstum und ein Ergebnis auf Vorjahresniveau. Grund ist unter anderem die Werbeflaute, die dem Unternehmen bereits im vergangenen Jahr erheblich zugesetzt hat. Während der Umsatz im klassischen Produktgeschäft mit Marken wie 1&1, GMX und Web.de 2008 um 13 Prozent auf mehr als 1,4 Milliarden Euro kletterte, sank der Umsatz der Online-Marketing-Anbieter Adlink Media (Display-Marketing), Affilinet (Affiliate-Marketing) und Sedo (Domain-Marketing) um knapp 4 Prozent auf 216 Millionen Euro. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) brach in diesem Segment gar um 56 Prozent auf 10,7 Millionen Euro ein.  "Damit hat sich das Segment Online-Marketing wesentlich schlechter entwickelt als erwartet", räumt Finanzvorstand Norbert Lang ein.

Der schwächelnde Werbemarkt und die 275 Millionen Euro schweren Abschreibungen auf Beteiligungen wie Freenet, Versatel und Drillisch haben United Internet im vergangenen Jahr bei einem Umsatz von 1,65 Milliarden Euro unter dem Strich sogar einen Verlust von 121,5 Millionen Euro beschert. "Wir haben uns das Jahr 2008 etwas erfreulicher vorgestellt - sowohl was das Ergebnis als auch was die Kundenentwicklung angeht", räumt auch Vorstandschef Ralph Dommermuth ein.

Um das Ziel von 500.000 neuen Kundenverträgen im laufenden Jahr zu erreichen, will Dommermuth trotz des Verlusts von einer Kürzung des Marketingetats absehen. "Wir werden eher etwas mehr investieren", erklärt Dommermuth gegenüber HORIZONT.NET - und begründet das unter anderem mit den Expansionsplänen von GMX. Nach dem Launch des Portal- und Maildienstes in Österreich, der Schweiz, Großbritannien, Frankreich und den USA soll demnächst der spanische Markt angegangen werden.

Was die Entwicklung des Online-Werbemarktes angeht, will sich Dommermuth nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. "Wie der Werbemarkt im Oktober oder November aussieht, ist aus heutiger Sicht schwer zu sagen", so Dommermuth. "Unter dem Strich erwarte ich aber bei der Onlinewerbung ein kleines Wachstum", so Dommermuth. Das Plus werde aber unter dem des Vorjahres liegen. mas 
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