Trotz Umsatzplus: Springers Zeitungsgeschäft schwächelt

Mittwoch, 07. März 2012
Axel Springer legt Rekordergebnis vor
Axel Springer legt Rekordergebnis vor

Der Axel Springer Konzern steht auf stabilen Beinen und weist für 2011 erneut Rekordwerte aus. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) kletterte um 16,2 Prozent auf 593,4 Millionen Euro, der Konzernumsatz hat sich auf 3,18 Milliarden Euro erhöht - ein Anstieg um 10,1 Prozent. Damit hat Springer seine im März veröffentlichte und im Herbst bereits nach oben korrigierte Prognose noch einmal leicht übertroffen. Als Wachstumstreiber gelten erneut die Bereiche Digitale Medien und Print International. Nach wie vor schwächeln allerdings die nationalen Zeitungen. Im wichtigsten Segment Zeitungen National verzeichnet Springer einen Umsatz von 1,16 Milliarden Euro. Hier muss der Konzern erneut einen Rückgang von 2,4 Prozent schlucken, selbst wenn er betont, dass „Bild", „Welt" und Co. mit einer EBITDA-Rendite von 24,3 Prozent (2011: 24,8 Prozent) weiterhin „hochprofitabel" sind.

Der Umsatz bei den Zeitschriften National liegt bei 468,1 Millionen Euro. Werbeerlöse verminderten sich um 4,2 Prozent und die Vertriebserlöse um 3 Prozent. Konsolidierungsbereinigt lag der Rückgang bei 2,9 beziehungsweise 1,1 Prozent. Das Segment-EBITDA erreichte ein neues Allzeithoch und lag bei 103,2 Millionen Euro (Vorjahr: 101 Millionen Euro). Die EBITDA-Rendite verbesserte sich damit im Gesamtjahr von 20,8 Prozent im Vorjahr auf 22,0 Prozent. 

Springer-Boss Mathias Döpfner setzt voll auf Digital
Springer-Boss Mathias Döpfner setzt voll auf Digital
Den Rückgang im klassischen Printgeschäft versucht Springer mit dem Ausbau des Digitalen zu kompensieren. "Die konsequente Digitalisierung unseres Geschäftes im In- und Ausland bleibt der Schlüssel zum langfristigen Erfolg des Unternehmens" - die Aussage von Mathias Döpfner, dem Vorstandsvorsitzenden von Axel Springer, spiegelt sich deutlich in der Bilanz des zurückliegenden Jahres wider. Bei den digitalen Medien verzeichnet der Konzern Wachstum in allen drei Feldern: den Inhalte-Portalen, Online-Marktplätzen und in der Online-Vermarktung. Die EBITDA-Rendite lag mit 16,4 Prozent um etwas mehr als vier Prozentpunkte über dem Vorjahreswert von 12,1 Prozent. Der Erlös im Segment stieg um 35,2 Prozent auf 962,1 Millionen Euro, das EBITDA verbesserte sich um 84,2 Prozent auf 158,1 Millionen Euro.

Auch das Segment Print International unterstrich mit einer Rendite von 15,6 Prozent seine Ertragskraft. Damit kompensiert der Konzern nach eigenen Angaben auch die rückläufigen Erlöse bei den inländischen Printmedien.

Die Werbeerlöse des Konzerns kletterten 2011 insgesamt um 16 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro - dies entspricht der Hälfte des Konzernumsatzes. Der Bereich der digitalen Medien hat mit einem Plus von 41,5 Prozent den Löwenanteil an diesem Wachstum. Im Segment Print International wirkten sich die Konsolidierungseffekte durch das Joint Venture Ringier Axel Springer Media im ersten Halbjahr 2011 positiv aus. Die Werbeerlöse legten hier um 17,2 Prozent zu. Die Werbeerlöse der inländischen Zeitungen und Zeitschriften waren erwartungsgemäß leicht rückläufig.

Die Vertriebserlöse lagen um 2,6 Prozent über dem Vorjahreswert bei 1,2 Milliarden Euro. Springer führt dies vor allem auf Konsolidierungseffekte aus dem Osteuropa-Joint Venture im Segment Print International zurück. Die Vertriebserlöse der inländischen Zeitungen liegen auf das Vorjahresniveau, während die der Zeitschriften einen leichten Rückgang verzeichneten.

Im Ausland bleibt der Konzern nach wie vor stark. Hier erhöhte er die Erlöse um 29 Prozent auf 1,05 Milliarden Euro, hauptsächlich begründet mit dem Ausbau des Osteuropageschäfts im Printbereich als auch mit der internationalen Expansion der digitalen Aktivitäten bei. Der Anteil der Auslandserlöse am Konzernumsatz nahm von 28,1 auf 32,9 Prozent zu.

Unter der Annahme, dass es zu keiner signifikanten Eintrübung der konjunkturellen Rahmenbedingungen kommt, rechnet der Konzern für 2012 mit einem Anstieg der Gesamterlöse im einstelligen Prozentbereich. Auch für das EBITDA wird ein leichtes Plus gegenüber dem Vorjahr erwartet. Hierbei rechnet der Vorstand mit leichten Ergebnisrückgängen im Printgeschäft, während das Ergebnis des digitalen Geschäfts deutlich über dem Vorjahreswert liegen soll. kl
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