Trotz Umsatzminus: Presse-Grosso geht "alles andere als fatalistisch in die Zukunft“

Dienstag, 11. September 2012
Der Printmarkt schrumpft weiter (Bild: Fotolia)
Der Printmarkt schrumpft weiter (Bild: Fotolia)

Das Stichwort der Stunde lautet Konsolidierung. Nicht nur Printverlage feilen an der Bündelung ihrer Kräfte, auch die Pressegrossisten wollen dem Strukturwandel innerhalb der Branche verstärkt zusammen begegnen. „Wir gehen alles andere als fatalistisch in die Zukunft“, betonte dann auch Grosso-Chef Frank Nolte bei der Jahrestagung des Bundesverbandes Presse-Grosso in Baden-Baden. „Unsere Branche agiert zukunftsoffen und entschlussfähig.“ Optimismus tut durchaus Not, denn die Zahlen, die der Verband im Umfeld der Jahrestagung bekannt gegeben hat, sind alles andere als positiv. 1,28 Milliarden Euro erwirtschafteten die Grossisten im ersten Halbjahr 2012 – 0,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Im Kerngeschäft, dem Verkauf von Zeitungen und Zeitschriften, muss der Verband sogar ein Minus von 2,2 Prozent schlucken, der Umsatz ging hier um 29,9 Millionen Euro auf 1,23 Milliarden Euro zurück. Die Zahlen schön reden will Nolte nicht: „Die Entwicklung ist nach wie vor besorgniserregend – die Talsohle scheint noch nicht erreicht zu sein.“ Nur die Fußball-Europameisterschaft habe dafür gesorgt, dass der Umsatzrückgang noch einigermaßen moderat ausgefallen sei, denn vor allem die Sammelbildchen brachten zusätzliche Einnahmen im Presse-Grosso.

Presse-Grosso-Chef Frank Nolte
Presse-Grosso-Chef Frank Nolte
Wenig erfreulich auch der Blick auf die Absatzzahlen. 1,17 Milliarden verkaufte Zeitungs- und Zeitschriftenexemplare entsprechen einem Rückgang um 71,6 Millionen Exemplare (Minus 5,59 Prozent). Lediglich die Preiserhöhungen seitens der Verlage hätten dafür gesorgt, dass sich die negative Absatzentwicklung nicht deutlicher im Umsatzrückgäng widerspiegle.

„Der Printmarkt schrumpft“, so Nolte weiter, aber darauf könne man sich einstellen. Einer Umfrage unter 51 Mitgliedsunternehmen zufolge haben rund ein halbes Dutzend konkrete Pläne, in den nächsten fünf bis sechs Jahre zu fusionieren, andere Befragte schließen einen Unternehmenszusammenschluss innerhalb der nächsten fünf bis sechs Jahre nicht aus. Damit wird sich der Konzentrationsprozess im Presse-Grosso in den kommenden Jahren noch beschleunigen.

Einen ausführlichen Bericht zur Jahrestagung des Bundesverbandes Presse-Grosso lesen Sie in der HORIZONT-Ausgabe vom 13. September 2012

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