Transaktionsmonitor: M&A-Aktivitäten gehen weiter zurück

Donnerstag, 08. Juli 2010
Axel Bartholomäus
Axel Bartholomäus

Die Wirtschaftskrise hat deutliche Spuren bei Käufen und Verkäufen in der Verlagsbranche hinterlassen. Nachdem die Zahl der Mergers & Akquisitions (M&A) schon im 1. Halbjahr 2009 von 133 Deals auf 106 Transaktionen eingebrochen ist, waren es in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 101 - der tiefste Stand seit fünf Jahren. "Der Markt ist äußerst schwach", sagt Axel Bartholomäus, dessen Beratungsfirma Bartholomäus & Cie halbjährlich den "Transaktionsmonitor Verlagswesen" erstellt. Den Verlagen fehlt noch das Vertrauen, um wieder in die Zukunft zu investieren. Im schwierigen Jahr 2009, dessen Einbrüche sich schon Ende 2008 abzeichneten, haben die Häuser Risiken gescheut, die mit Übernahmen verbunden sind.

Potenzielle Verkäufer dagegen konnten die gewünschten Preise nicht realisieren und mussten ihre Pläne vertagen. Da solche Deals eine Vorlaufzeit zwischen drei und sechs Monaten haben, wirkt die Katerstimmung noch weit ins Jahr 2010 fort. Entsprechend ist auch das Marktvolumen deutlich zurückgegangen. Es betrug im 1. Halbjahr nur noch 1,4 Milliarden Euro - 30 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

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Dabei setzt Bartholomäus & Cie den Umsatz der Kauf- und Beteiligungsobjekte an, nicht den Kaufpreis. Wie im 1. Quartal des Vorjahres ist Axel Springer auch in diesem Jahr einer der Top-Player. Konzernchef Mathias Döpfner baut Europas größtes Zeitungshaus seit Jahren beherzt um, trennt sich von wenig rentablen Zeitschriften und kauft Onlineportale mit Wachstumsperspektiven dazu. Der größte Deal ist jedoch ein klassischer: Springer und der Schweizer Ringier-Verlag haben ihre Osteuropa-Aktivitäten zusammengeführt. pap

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