"Top 100"-Aktion: Bauer nimmt dritten Anlauf

Donnerstag, 06. Mai 2010
Die 3. Version des Top 100 Siegels
Die 3. Version des Top 100 Siegels
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Bauer Media Group Gruner + Jahr Burda MZV


Aller guten Dinge sind drei: Die Bauer Media Group setzt ihre umstrittene Top-100-Aktion leicht verändert - aber unvermindert - fort. Ab dieser Woche ist dem Cover-Logo zu entnehmen, dass es sich um eine Aktion des Verlags handele, der (nur) 25 der 100 im Einzelhandel umsatzstärksten Titel publiziere. Mit der Anfang März gestarteten Initiative will Bauer eine bessere, weil stärker umsatzbezogene Platzierung seiner Titel am Kiosk erreichen. Wohl genau deshalb hat die erst zwei Monate junge Aktion bereits eine bewegte Geschichte hinter sich: Ende März hat Gruner + Jahr das Bauer-Siegel per einstweiliger Verfügung (EV) erstmals verbieten lassen, unter anderem deshalb, weil das Logo auf den Covern der großen Bauer-Titel den offiziellen Charakter eines IVW-Siegels suggeriere. Daraufhin änderte Bauer seine Plakette. Doch auch diese Variante stieß den Wettbewerbern sauer auf. Sowohl G+J als auch der Burda- und WAZ-Gemeinschaftsvertrieb MZV gingen dagegen vor, Letzterer indes ohne Erfolg.

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Doch G+J's zweite EV reichte aus, Bauers Aktion abermals zu stoppen. Die Gründe diesmal: Der Unterstützungsaufruf an die Grossisten, die Presseeinzelhändler zu veranlassen, Bauers Siegel-Hefte möglichst in Vollsicht zu zeigen, verletze die Neutralitätspflicht des Grosso. Außerdem suggeriere das Logo, dass Bauer alle Top-100-Titel publiziere. Nach einem bizarren Folgestreit um die Interpretation des EV-Urteils inklusive Abmahnung gegen und Unterlassungserklärung von Bauer denkt der Verlag trotzdem nicht daran, sein Projekt zu beenden - sondern versucht es jetzt mit der dritten Variante. Zudem darf man annehmen, dass Bauer jetzt verstärkt versucht, ohne Einbeziehung der Grossisten direkt mit dem Presseeinzelhandel zu kommunizieren. Denn das ist nicht verboten - noch nicht. rp
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