Tomorrow Focus: Christoph Schuh will Umsatz verdreifachen und plant Zukauf

Donnerstag, 15. April 2010
Christoph Schuh will den Umsatz bis 2015 nahezu verdreifachen
Christoph Schuh will den Umsatz bis 2015 nahezu verdreifachen

Der Internetkonzern Tomorrow Focus will seinen Umsatz bis 2015 auf 250 Millionen Euro steigern. Im Vergleich zum Jahr 2009 wäre das nahezu eine Verdreifachung. Dies verrät Christoph Schuh, Vorstand Marketing und Vertrieb, im Interview mit HORIZONT. Um das Ziel zu erreichen, will er in den nächsten Jahren die Internationalisierung des Unternehmens vorantreiben. Derzeit beträgt der Auslandsanteil am Umsatz etwa 10 Prozent. "Wir schätzen, dass wir in fünf Jahren bis zu ein Drittel international erwirtschaften werden", sagt Schuh.

Bei der Umsetzung dieser Strategie will der Manager jedoch Vorsicht walten lassen, um sich durch eine zu schnelle Expansion im Ausland nicht in Deutschland angreifbar zu machen: "Wir werden nur mit jenen Geschäftsmodellen ins Ausland gehen, die in ihren Kernmärkten bereits eine starke Position belegen." Für die Hotelbewertungs- und Reisebuchungsplattform Holidaycheck hat Tomorrow Focus rund zehn Länder definiert, in denen das Portal präsent sein soll. Schon jetzt ist Holidaycheck in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Polen vertreten. Der Start in Frankreich steht unmittelbar bevor. Mit der Partnerbörse Elitepartner und dem Online-Werbemarktplatz Adjug will Schuh 2011 in ein weiteres Land gehen.

Zusätzlich plant der CMO "in den nächsten zwölf Monaten mindestens eine Akquisition". Interesse zeigt er vor allem an einem Performance-orientierten Geschäftsmodell. Bei der Frage nach der Entwicklung des Onlinewerbemarktes gibt sich Schuh optimistisch. Im Display-Brand-Geschäft rechnet er netto mit einem Wachstum von 10 Prozent, im Performance-Geschäft mit einem Plus von 25 Prozent und beim Brand-Performance-Geschäft glaubt er an einer Steigerung um 30 bis 40 Prozent. Allerdings ermahnt er die Vermarkter, dem Rabattdruck besser standzuhalten. "In der Onlinebranche müssen wir aufpassen, dass wir nicht die kritische Grenze unterschreiten, ab der die Refinanzierbarkeit gerade von redaktionellen Angeboten gefährdet ist." Zwar seien die Preise derzeit immerhin stabil. Aber es gelinge nicht, das Niveau nach dem Preissturz im vergangenen Jahr wieder hochzufahren.

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Das komplette Interview lesen Sie in der aktuellen HORIZONT-Ausgabe 15/2010 vom 15. April 2010.

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Neben E-Commerce und dem werbefinanzierten Portal-Segment ist Technologies das dritte Geschäftsfeld von Tomorrow Focus. Hier hofft Schuh, 2010 vom iPad profitieren zu können. Schuh schätzt, dass das Tochterunternehmen Cellular, ein Mobile-Dienstleister, in diesem Jahr eine zweistellige Zahl an Applikationen für das iPad auf den Markt bringt - darunter zum Beispiel eine App von Focus Online. Dennoch hält Schuh die große Euphorie vieler Verlage in Bezug auf Tablet-PCs für überzogen. "Das iPad wird in den nächsten drei Jahren nicht die Rückgänge auffangen können, die die Verlage in der Printwelt erfahren mussten. Dafür fehlt ihm schlichtweg die Reichweite." bn
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