Tom Bell nimmt bei Y&R seinen Hut

Mittwoch, 11. Oktober 2000

Die Übernahme von Young & Rubicam durch WPP, die gerade offiziell über die Bühne gegangen ist, fordert erste "Opfer". Der neue Sproß in New York, auf den Namen Y&R Group getauft, erblickt ohne seine Geburtshelfer das Licht der Welt. Tom Bell, CEO der bisherigen Y & R Inc. und federführend in den Verhandlungen mit WPP-Chef Martin Sorrell um den 4,7 Milliarden Dollar schweren Deal, hat seinen Hut genommen. Auch Peter Stringham, CEO für Nordamerika, soll nach Branchengerücht der Agentur den Rücken gekehrt haben. Offensichtlich führte Uneinigkeit über den Grad der Unabhängigkeit der 75 Jahre alten Agentur von der neuen Mutter zum Eklat. Bell, der ursprünglich neben Sorrell einen (non-executive) Chairman-Posten bei WPP überneh-men sollte, sicherte sich mit dem Verkauf von 800.000 Aktien (Y & R ging 1998 an die Börse) ein Trost-pflaster von 42 Millionen Dollar. Als Kandidat für das Amt des Non-Executive Chairman der WPP Group gilt jetzt der 68-jährige Sir Christopher Lewinton, Mitglied des Y & R Board und Chair-man der TI Group. Er würde Hamish Maxwell, 72, ablösen, der den Titel seit 1988 hält. Währenddessen bemüht sich Mike Dolan, CEO von Y & R Group, um einen möglichst reibungslosen Übergang der Agentur in ihren neuen Status unter WPP-Dach. Diskutiert werden sogar Verschmelzungen von Impiric mit ThompsonConnect. Media Edge soll Synergien mit MindShare (O&M und JWT) nutzen, allerdings als eigenständige Marke erhalten bleiben. Sorrell selbst sieht Kompatibilitäten in Bereichen wie Branding und Identity, Interactive, Healthcare und Public Relations.
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