ToFo-Chef Stefan Winners: „Facebook ist überhypt“

Mittwoch, 22. Juni 2011
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Man muss schon gute Argumente und eine gehörige Portion Selbstbewusstsein haben, wenn man diese Tage Facebook gar nicht so toll findet. Im Exklusiv-Interview in HORIZONT zieht Stefan Winners, CEO von Tomorrow Focus (TFAG) mächtig vom Leder. Winners glaubt, dass die größte Community der Welt überschätzt wird - und Europa eigene große Internet-Unternehmen braucht. Die wichtigsten Winners-Argumente in der Kurzfassung. 1. Winners über die Facebook-Zielgruppen: „In einzelnen europäischen Ländern stagniert das Nutzerwachstum. Die jungen Facebook-Nutzer sind nicht die Haushaltsentscheider, die für die Werbebudgets entscheidend sind."

2. Winners über E-Commerce auf Facebook: „Facebook hat noch nicht unter Beweis gestellt, dass der Abverkauf von Produkten über die Plattform funktioniert. Wir geben in diesem Jahr in  unseren eCommerce-Firmen über eine Million Euro auf Facebook aus und experimentieren auf der Plattform sehr viel. Ich kann im Moment aber nicht erkennen, dass Facebook wirklich den Abverkauf treibt."

3. Winners über Datenschutz bei Facebook und Google: „Für beide Unternehmen ist Privatsphäre ein Relikt der Vergangenheit und sie wollen diesen Schutz weghaben, je schneller, desto besser. Ich finde das völlig falsch. Wir sollten das Recht zur Privatsphäre erhalten und dafür kämpfen, dass sich auch die US-Player an den Datenschutz in Deutschland halten müssen - und nicht die Regelungen aus dem Ausland völlig umgehen."

Stefan Winners in HORIZONT

Stefan Winners in  HORIZONT
Das vollständige Interview lesen Sie in der HORIZONT-Ausgabe 25/2011 vom 23. Juni.

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4. Winners über Bewegtbild: „Das wird in der Tat das nächste große Schlachtfeld sein. Und Google hat mit Youtube beste Voraussetzungen dafür, diesen Markt zu dominieren."

5.      Winners über den Aufbau europäischer Internet-Unternehmen: „Wenn wir Europäer aufstehen und Gegenpositionen beziehen, werden wir ganz schnell auf Augenhöhe mit den vermeintlich so übermächtigen Internet-Giganten sein. Dafür müssen wir substanzielle große Internet-Unternehmen bauen."

6. Winners über Internet-Geschäftsmodelle: „Geld verdient man im Internet nur als Nummer 1 oder 2. Natürlich gibt es Nischenangebote, die sehr erfolgreich sind - aber das sind in der Regel kleine Unternehmen mit begrenzten Wachstumsperspektiven." vs
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