"Titanic"-Prozess: Papst zieht Klage zurück

Freitag, 31. August 2012
Die "Titanic" hat ihr ursprüngliches Titelbild mehrfach angepasst
Die "Titanic" hat ihr ursprüngliches Titelbild mehrfach angepasst

Ob es am Ende eine göttliche Eingebung war? Oder doch eher die Angst vor weiteren (Negativ-)Schlagzeilen? Fest steht: Der Vatikan gibt im Streit mit dem Satiremagazin "Titanic" klein bei. Damit fällt auch der für diesen Freitag anberaumte Beginn der Hauptverhandlung vor dem Landgericht Hamburg ins Wasser. Laut "Titanic" hat die Deutsche Bischofskonferenz einen Tag vor Prozessbeginn mitgeteilt, dass der Apostolische Stuhl die einstweilige Verfügung gegen das Juli-Titelbild des Satiremagazins zurückgezogen habe.

Die Verantwortlichen bei "Titanic" verzichten - wie zu erwarten war - nicht darauf, den Sieg weidlich auszuschlachten. "Wir sehen uns in einer Tradition mit Giordano Bruno, Galileo Galilei und Margot Käßmann, die alle im Nachhinein Recht bekommen haben. Ob das 500 Jahre oder fünf Monate gedauert hat, ist vor der Ewigkeit ohne Bedeutung", verkündet Chefredakteur Leo Fischer mit gewohnt ironischem Zungenschlag.

Die Aktionen der "Titanic"-Macher, von denen sich heute einige aus Protest am Hamburger Michel neben dem Standbild Martin Luthers festketteten, gehen ungeachtet des päpstlichen Friedensangebotes weiter. Der für Freitagvormittag angekündigte Papst-Mittelaltermarkt mit Pranger und (symbolischer) Hexenverbrennung am Sievekingplatz vor dem Landgericht soll wie geplant stattfinden. mas
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