Tina Müller: "Man kann Marken rein digital führen"

Mittwoch, 12. September 2012
Tina Müller spricht auf der Dmexco
Tina Müller spricht auf der Dmexco


Kann man Marken rein digital führen? Auf der Dmexco sagt Tina Müller, ohne wenn und aber: Ja! Damit ist amtlich: Auch bei Top-Marketer gibt es inzwischen Vertreter, die Digital in Sachen Markenführung durchaus den Lead zutrauen.
   „Digital innovation as the basis of brand success" - so lautete der Titel der von "Handelsblatt Online"-Chefredakteur Oliver Stock moderierten Podiumsdiskussion mit Tina Müller, United Internet Media-Chef Matthias Ehrlich und Manfred Kluge, CEO der Omnicom Media Group Germany. Eine wichtige Frage stellte Stock  Tina Müller gleich zu Beginn, nämlich bei welchem Unternehmen beschäftigt sei. Müller: „Ich bin bei Henkel beschäftigt, aber freigestellt, weil ich gekündigt habe." Die Spekulation, dass Müller von Henkel zu Beiersdorf wechselt, bleibt also weiterhin - Spekulation.

Spekuliert wurde auch während der Podiumsdiskussion, vor allen Dingen bei der Frage nach den Auswirkungen der Euro- und möglichen Wirtschaftskrise auf die Werbespendings online.  Zwei Stunden zuvor hatte der OVK eine optimistische Bilanz der Umsatzentwicklung im Online-Sektor gezogen, doch auf dem Podium sagt BVDW-Vorstand Ehrlich klipp und klar: „Es kühlt sich ab." Dass das Werbegeschäft derzeit quer über alle Kanäle unter Druck steht, bereitet auch Omnicom-Media-Chef Kluge Sorgen. Kluge: „Es geht derzeit weniger um Marke und Image, sondern kurzfristige Abverkaufserfolge." Diese Entwicklung führt für Ehrlich zu einer bizarren Situation auf dem Werbemarkt: „Ausgerechnet in der Krise wird das Abverkaufsmeidium Online aufgrund eher kurzfristiger abgeschlossener Verträge gekappt, TV dagegen nicht."

Soweit die für die Digitalen eher schlechte Nachricht. Doch die gute folgt auf dem Fuß: „Ich glaube, man kann eine Marke digital führen, wenn man weiß, wo man hinwill", antwortet Tina Müller auf die entsprechende Frage des „Handelsblatt Online"-Moderators. Mediamanager Kluge widerspricht: „Selbst die großen Internetplayer wie Google oder Apple investieren vor allen Dingen in die klassischen Medien. Nur so kann man schnell Reichweite und Druck aufbauen." Kann nun Digital führen? Digital-Experte Ehrlich bricht für Digital eine Lanze, ohne klassische Medien ausschließen zu wollen. Damit kommt er auch dem Publikumsvotum am Ende der Diskussion am nächsten: Auf die Frage: „Kann man eine Marke heute noch ohne Digital führen?" antwortete die Mehrheit der Zuhörer (39 Prozent) Zuhörer: „Nein, Digital ist heute für alle Marken Pflicht."
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