"Times" im Netz: Murdoch sperrt Google zum 1. Juni aus

Mittwoch, 26. Mai 2010
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Am 1. Juni legt Medienmogul Rupert Murdoch den Hebel um. Dann werden die Web-Auftritte der altehrwürdigen Londoner "Times" (thetimes.co.uk) und der "Sunday Times" (thesundaytimes.co.uk) kostenpflichtig. Wer beispielsweise die "Times" dann im Netz lesen will, muss wie für die Papierausgabe zahlen: ein britisches Pfund (rund 1,20 Euro) täglich für den Zugang zu beiden Seiten, oder alternativ zwei Pfund pro Woche. Suchmaschinen werden vollständig blockiert. Unterdessen verteidigt James Harding, "Times"-Chefredakteur, die geplanten Web-Gebühren. Es handele sich dabei um ein "tragfähiges ökonomisches Modell für die Zukunft des Journalismus im Internet" zitiert die "SZ" Harding aus einem Interview mit der BBC. Er rechne damit, Leser zu verlieren. Allerdings seien diejenigen, die sich abwenden, "Schaufenstergucker" beziehungsweise Gelegenheitsleser, die sowieso nur ein oder zwei Online-Texte im Monat lesen würden.

Rupert Murdoch
Rupert Murdoch
Die Entscheidung über den Ausschluss von Suchmaschinen zog Murdoch bereits im November vergangenen Jahres in Erwägung. Damit können redaktionelle Beiträge nicht mehr über die Suche von Newsaggregatoren wie Google gefunden werden. "Wir möchten lieber weniger und dafür zahlende User auf unseren Websites haben", sagte Murdoch damals in einem Interview mit dem Sender Sky News Australia. Die über Suchmaschinen gewonnenen User seien keine treuen Leser.

Experten warnen andere Verlage davor, diesem Beispiel zu folgen. Durch die Google-Sperre werde der Traffic auf den Websites dramatisch einbrechen, sodass der Medienmogul früher oder später einlenken müsse. jm
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