Till Wagner verlässt JWT Deutschland

Mittwoch, 08. Oktober 2008
Geht: Till Wagner
Geht: Till Wagner

Bei der WPP-Agentur JWT gibt es einen Abgang im Top-Management: Operativchef Till Wagner steigt nach fünf Jahren an der Spitze der deutschen Niederlassung aus. Der 44-Jährige hat seinen Vertrag gekündigt und will sich eine Auszeit nehmen. Nach 25 Jahren in der Werbung sei es an der Zeit, Luft zu holen, so Wagner. Er wird die Agentur voraussichtlich zum Jahresende verlassen. Sowohl er als auch JWT betonen, dass der Schritt von ihm ausgegangen sei. "Ich bin weder entlassen noch aus dem Amt gedrängt worden", unterstreicht der bisherige COO gegenüber HORIZONT. Auch Ron Vrijmoet, verantwortlicher Manager für das JWT-Geschäft in Kontinentaleuropa, unterstreicht: "Wir bedauern sehr, dass Till geht. Aber wir können seine Entscheidung nachvollziehen und respektieren sie."

Um Wagner hatte es seit seinem Amtsantritt im Herbst 2003 immer wieder Spekulationen gegeben. So hieß es mehrfach, das Network sei via Headhunter auf der Suche nach einem Ersatz für seinen Deutschland-Statthalter. Erhärten ließen sich diese Spekulationen allerdings nie. Zuletzt war in dieser Hinsicht auch wieder Ruhe eingekehrt.

In die Amtszeit von Wagner fallen Etatgewinne wie Musterhausküchen Fachgeschäft, Jado, Eckes-Granini und Bosch. Außerdem konnte das Geschäft mit Vodafone, Knorr und Mazda ausgebaut werden. Auf der anderen Seite stehen Etatverluste wie Becks, DWS, Miracel Whip und Wüstenrot & Württembergische. Die wirtschaftliche Bilanz der Agentur hat sich unter Wagner seinen Angaben zufolge deutlich verbessert. Aus einer Agenturgruppe mit einer "rot-schwarzen Null" sei ein profitables Unternehmen geworden.

Wer Wagners Erbe antritt, ist noch nicht bekannt. Ein Nachfolger ist allerdings bereits gefunden und soll nach Wagners Rückkehr aus dem Urlaub Ende des Monats vorgestellt werden. Dem Vernehmen nach hat der frühere Chef von Publicis Frankfurt Martin Wider gute Chancen auf den Posten. Kreativchef Mike Ries bleibt an Bord. mam

Mehr zum Thema lesen Sie in HORIZONT-Ausgabe 41/2008 vom 9. Oktober
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