Thomas Gottschalk: "Die Vorabend-Todeszone bleibt"

Montag, 02. Juli 2012
"Nicht gescheitert": Thomas Gottschalk ist mit sich im Reinen
"Nicht gescheitert": Thomas Gottschalk ist mit sich im Reinen


Thomas Gottschalk, ab kommender Staffel neben Dieter Bohlen Mit-Juror des "Supertalents" auf RTL, rechnet mit seinem Engagement bei der ARD ab. Dort hatte Gottschalk von Ende Februar bis Anfang Juni montags bis donnerstags bei "Gottschalk Live" getalkt. "Ich bin nicht mit dem gescheitert, was ich machen wollte, sondern mit dem, was daraus geworden ist", sagt er dem "Spiegel" über die Sendung. Er sei mit dem Ziel angetreten, eine Show zu machen, die den Tag in kurzen Takten durchdekliniere, erzählt Gottschalk. Vorgesehen gewesen sei einen Aufreger, einen Helden und einen Verlierer, einen Jubilar und einen You-Tube-Schnipsel des Tages zu bringen. "Als ich dann plötzlich in einem ganz anderen Format saß, hätte ich protestieren müssen. Aber konfliktscheu, wie ich bin, habe ich etwas wegmoderiert, was ich so nicht geplant hatte. Das werfe ich mir heute vor", sagt er dem Nachrichtenmagazin.

Gottschalk hatte Quoten deutlich unter 5 Prozent. Die ursprünglich als bis Jahresende gesichert geltende Sendung wurde nach öffentlichen Vorwürfen einiger Intendanten vorzeitig abgesetzt. Er werfe der ARD jedoch nichts vor. Diejenigen, mit denen er persönlich zu tun gehabt habe, seien angenehme Partner gewesen. "Ich bin nicht an der ARD gescheitert, sondern im Vorabend der ARD. Die haben eine Sendung abgesetzt, die keiner sehen wollte, und das ist absolut nachvollziehbar. Aber diese Vorabend-Todeszone bleibt ihnen ja. Vielleicht hätte man da nicht so schnell aufgeben sollen", sagt er. Die Lücke von "Gottschalk Live" stopft die ARD derzeit mit verlängerten Folgen von "Brisant" und "Verbotene Liebe" und den 2011 gestarteten "Heiter bis tödlich"-Serien. Zudem ist "Wissen vor 8" auf den Bildschirm zurückgekehrt.

Seinen Wechsel zu RTL hat Ute Biernat eingefädelt. Die erfahrene Show-Produzentin ist Geschäftsführerin von Grundy Light Entertainment und produzierte sowohl "Gottschalk Live" als auch "Das Supertalent". Dass Dieter Bohlen nicht begeistert über seinen Wechsel gewesen sei, glaubt Gottschalk nicht. "Ich habe Dieter angerufen, bevor ich unterschrieben habe. Und wenn ich gemerkt hätte, er will micht nicht, dann hätte ich es gelassen. Er fand die Idee aber genauso spannend wie ich." pap
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