Thomas-Cook-Chef muss gehen

Freitag, 07. November 2003
Tritt ab: Stefan Pichler
Tritt ab: Stefan Pichler

Der Chef von Europas zweitgrößtem Touristikkonzern Thomas Cook, Stefan Pichler, ist überraschend zurückgetreten. Auch Finanzvorstand Norbert Kickum hat sein Amt gestern niedergelegt. Kommissarisch übernimmt Karstadt-Quelle-Manager Peter Gerard die Leitung des Unternehmens. Lufthansa-Vorstandsmitglied Karl-Ludwig Kley wird vorübergehend Finanzvorstand. Karstadt-Quelle und Lufthansa sind je zur Hälfte an dem Reiseriesen mit Sitz in Oberursel beteiligt.

Grund für den Rücktritt sind Thomas Cooks schlechte Zahlen. Stärker als Konkurrent TUI leiden die Oberurseler unter der Buchungsflaute im Reisegeschäft. Die Touristiksparte hatte dazu beigetragen, dass der Handelsriese Karstadt-Quelle im 3. Quartal in die Verlustzone gerutscht ist.

Pichler hatte maßgeblich den Umbau von Thomas Cook zum integrierten Reisekonzern vorangetrieben. Unter seiner Ägide verschwanden etablierte Marken wie Condor, Kreutzer, Terramar und zuletzt Air Marin vom Markt. Der Manager hatte die Konzentration auf die zwei Massenmarken Neckermann und die vergangenes Jahr an den Start gegangene, gegen den ärgsten Konkurrenten TUI positionierte Marke Thomas Cook Reisen verfolgt. Welche Folgen der Rücktritt für die künftige Markenstrategie haben wird, ist noch nicht abzusehen. pap
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