Thomas Bellut: Wollen die Nummer 1 im deutschen Fernsehen sein

Freitag, 16. März 2012
Große Pläne: Der neue ZDF-Intendant Thomas Bellut
Große Pläne: Der neue ZDF-Intendant Thomas Bellut
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Thomas Bellut ZDF ARD Antrittserklärung Duftmarke Dresden



Der neue ZDF-Intendant Thomas Bellut setzt erste Duftmarken. In seiner Antrittserklärung vor dem Fernsehrat kündigte Bellut unter anderem an, das Programm zu modernisieren und zu verjüngen. Im Qualitätswettbewerb habe man den Anspruch, die Nummer 1 im deutschen Fernsehen zu sein.  Außerdem will sich der neue Chef des Zweiten Deutschen Fernsehens besser mit der ARD abstimmen, um Doppelübertragungen zu vermeiden. Bellut, seit dem 15. März offiziell im Amt, hat sich für seine erste Amtszeit vor allem eine Verjüngung des Programms auf die Fahnen geschrieben: "Die Zielgruppe des ZDF ist die ganze Gesellschaft. Deshalb müssen wir mit unserem Programm verstärkt jüngere Zuschauer erreichen. Die Erfolge der Digitalkanäle und Onlineangebote reichen dafür allein nicht aus", betonte Bellut vor dem Fernsehrat. Es werde aber "keine krampfhaften Verjüngungsversuche" geben, sondern eine konsequente Modernisierung, die alle Altersgruppen anspricht. Auch das Programmschema soll überprüft und "in kleinen Schritten" optimiert werden.

Qualitativ will sich Bellut in erster Linie mit der ARD messen: "Wir konkurrieren um die besten Nachrichtensendungen, die besten Dokumentationen, die besten Fernsehfilme, die besten Unterhaltungssendungen und vieles mehr." Mit seiner zentralen Struktur habe das ZDF allerdings den Anspruch, im Qualitätswettbewerb die Nummer 1 im deutschen Fernsehen zu sein.

Trotz der Kampfansage appellierte Bellut zugleich an die ARD, im Interesse der Zuschauer künftig mehr Bereitschaft zur gegenseitigen Abstimmung zu zeigen. In einem ersten Schritt verzichte das ZDF daher auf die Übertragung des diesjährigen Silvesterkonzerts aus Dresden. "Damit gehe ich in die Vorleistung, um auch hier den Streit zu beenden und ab dem kommenden Jahr eine jährlich abwechselnde Übertragung der Silvesterkonzerte möglich zu machen", betont Bellut. Außerdem haben die ZDF-Chefredakteure einen Vorschlag ausgearbeitet, demzufolge sich ARD und ZDF künftig bei der Übertragung royaler Großerereignisse abwechseln sollen.

Um die Sparvorgaben der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten KEF zu erfüllen, soll in den kommenden Wochen ein Personalentwicklungsplan ausgearbeitet werden. "Die Einsparungen werden das ganze Unternehmen und alle Beschäftigungsformen betreffen, und sie werden nicht ohne Konsequenzen für das ZDF-Angebot bleiben. Ohne die Einstellung eigenproduzierter Sendungen etwa wird das nicht gehen", kündigte Bellut an. dh
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