"The Iconist": Axel Springer präsentiert hochwertiges iPad-Magazin

Mittwoch, 28. April 2010
Redaktionsleiterin Inga Griese
Redaktionsleiterin Inga Griese
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Mit der zweimonatlichen WamS-Beilage "Icon" hat sich die Welt-Gruppe eine journalistische Kompetenz in Sachen Mode und Lifestyle erarbeitet. Wenn ab Ende Mai das iPad auch hierzulande erhältlich ist, wird "Icon" mit einer eigens entwickelten iPad-App vom Start weg dabei sein. Redaktionsleiterin Inga Griese präsentierte HORIZONT-Chefredakteur Volker Schütz ein sehr schön aufbereitetes, multisensuales eMagazin namens "The Iconist" (HORIZONT 17/2010: Auftritt der Woche). Wenn es noch mehr solcher eMagazine auf Apples Tablet-PC gibt, dann wird das iPad in der Tat das Leseverhalten verändern. Im HORIZONT.NET-Interview erzählt Inga Griese, was das Besondere an "The Iconist" sein wird. Als Stil-Magazin der "Welt am Sonntag" bewegt sich "Icon" in Print zweimonatlich zwischen den verbliebenen Supplements der Tageszeitungen und den Hochglanz-Magazinen. Warum machen Sie sich die Mühe, eine eMagazin auf dem iPad zu entwickeln? Inga Griese: Die Idee, eine digitale Variante von "Icon" zu entwicklen, trage ich schon länger mit mir herum. Bislang hatte ich aber immer auch dieses Gefühl, dass eine "normale" Website technisch zu limitiert und deshalb nicht das richtige Medium ist, Luxus und Lifestyle multimedial adäquat zu transportieren. Mit "The Iconist" haben wir jetzt die perfekte Antwort gefunden und für die Welt-Gruppe ein innovatives, extrem spannendes Projekt realisiert.

Dann kam Gott sei dank Steve Jobs, der große Hoffnungsträger für die Printbranche. Wir haben bereits Mitte vergangenen Jahres damit angefangen, eine digitale Variante von Icon zu entwickeln. Zu dieser Zeit wusste noch niemand, dass es das iPad geben, geschweige denn wie es aussehen und funktionieren würde. Wir hatten nur dieses Gefühl, dass es einen Markt für Tablet-PCs gibt und diese Plattform ein interessantes Trägermedium für unser journalistisches Anliegen, Geschichten aus den Bereichen Luxus, Mode und Lifestyle zu erzählen, ist.

Factsheet The Iconist

- Das "Cutting Edge Produkt für die Innovationselite" (Axel Springer) erscheint vierteljährlich zu einem geplanten Verkaufspreis von 2,99 bis 4,99 Euro.

- Gebucht werden können ganzseitige statische, animierte oder Bewegtbild-Anzeigen. Preis: zwischen 7500 und 12.000 Euro.

- Werbekunden der Erstausgabe sind unter anderem Bally, Boss, Calvin Klein und Mercedes-Benz.

- Agentur: NoMoreSleep, Berlin

- Entwicklungsteam bei Axel Springer: Inga Griese, Joachim Bessing, Philipp Peitsch, Geschäftsführungsbereich Elektronische Medien


Warum soll sich ein Leser eher auf einem Tablet und nicht auf einem normalen PC mit Lifestyle beschäftigen? Ein Produkt wie das iPad ist kein alltägliches Arbeitswerkzeug, sondern macht vor allem Spaß - und passt deshalb hervorragend zu "The Iconist": Lifestyle und Mode sind ja einerseits ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, andererseits bieten sie aber auch ein unerschöpfliches Reservoir interessanter Geschichte und Menschen, die uns berühren und emotional ansprechen. Genau darum geht es uns bei Icon in Print und bei „The Iconist“ in der digitalen Welt - die Vermittlung schöner Dinge.

Warum machen Sie dann nicht einfach eine E-Magazine-Ausgabe von "Icon" – das hätte Ihnen viel Geld und Zeit gespart. Tablet-PCs werden langfristig die Lesegewohnheiten nachhaltig verändern; bei dieser Entwicklung wollen wir mit unseren Marken von Anfang an dabei sein. Darüber hinaus wollten wir nicht einfach ein E-Magazin zum Blättern, sondern ein hochwertiges journalistisches Produkt für ein neues Medium kreieren. "The Iconist" spricht viele Sinne an - nicht nur die Augen, sondern auch die Ohren, aber auch die Finger, mit denen man Bilder großziehen, scrollen und vieles mehr machen kann.

In Berlin gibt es den Anbieter Neofonie, der ein ähnliches Produkt herausbringen will. Wir stellen uns grundsätzlich plattformunabhängig auf. Zum Start von "The Iconist" haben wir uns aber bewusst für Apple entschieden: Das iPad ist definitiv das Produkt mit dem größten marktrelevanten Hype-Faktor.

WeiterlesenAxel Springer ist in den vergangenen Monaten sehr experimentierfreudig, wenn es um die Entwicklung digitaler Formate geht. War es schwer, den Vorstand von „The Iconist“ zu überzeugen? Die Idee eines Tablet-Magazins ist im ganzen Haus von Anfang an auf offene Ohren gestoßen – in der Welt-Gruppe genauso wie im Geschäftsbereich Elektronische Medien wie natürlich auch im Vorstand. Das zeugt meines Erachtens von echter Innovationskraft.

Wie viele Redakteure wurden für "The Iconist" eingestellt? Die "Icon"-Mannschaft hat sich ihr Standing und ihre Lifestyle-Kompetenz in der Welt-Gruppe längst aufgebaut und beliefert aus einem Pool heraus sämtliche Formate, offline wie digital, inklusive "The Iconist".

Was unterscheidet den "Icon"-Leser vom "Iconist"-Leser? Wir können vor dem Start noch nicht sagen, ob wir unterschiedliche Zielgruppen ansprechen. Wichtiger ist am Anfang vielmehr, dass die Nutzung situationsgetrieben ist. Während man zuhause bislang eher zum Magazin oder Buch greift, wird das iPad seine Stärken meines Erachtens vor allen Dingen im mobilen Bereich ausspielen: wenn man unterwegs ist, keinen Koffer voller Bücher oder Magazine mitschleppen will oder im Flugzeug sitzt.

"The Iconist" wird von Anfang an kostenpflichtig angeboten. Warum? Wir stehen für journalistische Qualität – die wird angesichts der Angebotsvielfalt immer wichtiger und kostet entsprechend.

Es gibt kaum eine Woche, in der nicht eine neue Sau durchs digitale Dorf getrieben wird. Verliert man da nicht schnell den Überblick? Es ist doch toll, wie viel neue Möglichkeiten es gibt und wie viele Facetten der Beruf des Journalisten dadurch gewonnen hat. Man muss aber auch nicht jeden Hype mitmachen. Nehmen Sie das Beispiel Twitter: Wie groß war am Anfang die Aufregung über die vermeintlich tollen Möglichkeiten, die dieser Dienst bietet. Das hat sich mittlerweile doch etwas gelegt – auch bei mir selbst. Ich twittere, wenn ich auf einer Modenschau was Interessantes entdecke, aber sonst eigentlich so gut wie nie. vs

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