Tempo startet am 24. November mit Guerilla-Marketing

Donnerstag, 05. Oktober 2006

Am 24. November - und damit drei Tage später als bislang geplant - erscheint die einmalige Sonderausgabe von "Tempo". Anlass fürs Revival ist das 20-jährige Jubiläum des einstigen Zeitgeistmagazins, das zwischen 1986 und 1996 erschien. Derzeit arbeitet "Tempo"-Gründungschefredakteur Markus Peichl in Berlin mit knapp 20 ehemaligen "Tempo"-Mitarbeitern sowie jüngeren Autoren und Grafikern am Gedächtnis-Heft; der Hamburger Jahreszeiten Verlag (Jalag), in dem das Blatt damals erschien, übernimmt Herstellung, Vertrieb, Anzeigenverkauf und Marketing. Das Jubiläumsheft (Copypreis: 4,50 Euro) wird mindestens 260 Seiten stark sein und mit einer Startauflage von 220.000 Exemplaren drei Monate im Handel präsent sein. Eine Anzeigenseite kostet 7500 Euro. Der Jalag rechnet mit 70 verkauften Seiten. Am Vorabend des Erstverkaufstages steigt in Berlin eine "Tempo Nacht", von der sich der Jalag PR-Effekte ebenso erhofft wie von den weiteren Marketing-Maßnahmen: So stellen mit der "Tempo"-Aktion sympathisierende Markenartikler - aus diesem Kreis rekrutieren sich auch die Anzeigenkunden - ihre Produkte für einen "Tempo"-Shop in Berlin zur Verfügung. Dort soll es etwa Bekleidung, Schmuck und Handys geben, die mit dem "Tempo"-Logo - dem stilisierten Läufer - und den besten "Tempo"-Sprüchen gebrandet sind. Über diese kann man zuvor im Internet abstimmen. Ebenfalls im Web läuft eine Wette auf pünktliches Erscheinen des Jubiläumshefts - eine augenzwinkernde Anspielung auf das frühere Laster Peichls, Redaktionsschlüsse gerne mal zu überziehen. Zudem hat der Jalag auf dem Community-Portal Myspace.com ein Profil namens "Tempo" hinterlegt. Ziel ist es, bis Mitte November 150.000 Kontakte zu registrieren und sie aufs Jubiläumsheft samt Party hinzuweisen. Auch TV-Spots auf MTV und Viva sind geplant.

Sinn des Revivals: Peichl hat Spaß an der Aufgabe, "mit den typischen ,Tempo`-Mitteln" - gemeint sind etwa eine "klare Sprache und subjektive Herangehensweise" - "Geschichten aus und über Deutschland 2006 zu erzählen". Das Motto: "Wir setzen einen Schlussstrich unter die letzten 20 Jahre und einen Doppelpunkt vor die Zukunft." Auch Jalag-Verleger Thomas Ganske hat etwas von dem Projekt, verlängert sich dadurch doch sein Titelschutz für die Marke "Tempo". Einen nennenswerten Gewinn erwarten Peichl und Ganske von ihrem One-Shot nicht, ein Minus will man indes auch nicht machen. Kosten und erwartete Erlöse dürften bei gut einer Million Euro liegen. rp



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