Telemesse trotz Rekordbesuch in der Kritik

Donnerstag, 24. August 2000

In Düsseldorf kommen Diskussionen über den Fortbestand der Telemesse auf. Einige Teilnehmer aus der Medienbranche erwarten hinter vorgehaltener Hand im schlimmsten Fall sogar das Aus. Hintergrund der Spekulationen: Durch die Bildung der Senderfamilien von Kirch Media und RTL Group sind die Telemesse-Veranstalter inzwischen in zwei konträr positionierten Gruppen gebündelt. Dem Vernehmen nach denken die IP Deutschland, Vermarkter der RTL-Group, und Kirch-Vermarkter Mediagruppe München und Media 1 vor allem aus Kosten- und Wettbewerbsgründen konkret über getrennte Screenings nach.

Die mit geschätzten Investitionen von 30 bis 50 Millionen Mark vermutlich teuerste Fachmesse der Welt wurde ursprünglich gegründet, um die vielzähligen Einzel-Screenings der TV-Sender in einem zentralen Event zu bündeln. Allein IP und MGM investieren jeweils knapp zweistellige Millionensummen in Düsseldorf.

Selbst innerhalb der RTL-Group sind die Meinungen über den Fortbestand der Messe geteilt. Jan Isenbart, IP-Geschäftsleiter Kommunikation, stellt sich vor die Telemesse: "Wir diskutieren jedes Jahr über das Kosten-Nutzenverhältnis. Bislang ist das Ergebnis, dass es nichts besseres als die Telemesse gibt. Eine eigene Show wäre auch kein Schnäppchen." Bei MGM und Media 1 werden konkrete Schritte offenbar auf den Zeitpunkt nach der Fusion der beiden Kirch-Vermarkter vertagt. In dem vierten Jahr ihres Bestehens hat die Telemesse mit 5500 Teilnehmern aus der Werbe- und Medienbranche ihre Besucherzahlen erneut kräftig steigern können. Damit strömten gut 1000 Besucher mehr als im vergangenen Jahr zu der Fachmesse der TV-Branche.
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