Telekom will TV-Kabel nicht um jeden Preis verkaufen

Dienstag, 15. Juni 1999

"Wenn wir unsere Preisvorstellung nicht realisieren können, bleibt das Kabelnetz Eigentum der Telekom", stellte Telekom-Vorstand Gerd Tenzer auf dem Medienforum NRW in Köln klar: "Eine Goldgrube verschenkt man nicht." Nicht kommentieren wollte Tenzer den kolportierten Preis von 900 bis 1500 Mark pro angeschlossenem Haushalt. In den USA werden Preise von 5000 bis 7000 Mark pro Haushalt gezahlt. Entgegen zahlreichen Berichten sei die Telekom keineswegs gezwungen, ihr Kabelnetz ganz oder teilweise zu verkaufen. Eine entsprechende Behauptung des Kartellamt-Präsidenten Dieter Wolf nannt Tenzer "geschäftsschädigend". Ungeachtet dessen werde die Telekom die Gespräche mit potentiellen Investoren für die regionalen Kabelgesellschaften fortführen. Bisher habe man mit 80 Investoren rund um den Globus gesprochen. Dabei seien sowohl Content-Anbieter als auch Netzbetreiber und Banken gewesen. Bis zum 15. August erwartet die Telekom Angebote. Dabei liegt das Mindestgebot bei 10 Prozent pro Region, 25 Prozent will die Telekom jeweils selbst behalten, um zusammen mit Partnern in den Regionen Inhalte über die aufgerüsteten Netze anzubieten. Tenzer: "Ausnahmen sind denkbar, auch nach unten, aber das hat seinen Preis." Zehn bis 20 Prozent seien jeweils für mittelständische Investoren reserviert.
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