Telekom-Flatrate stößt auf Unzufriedenheit

Freitag, 15. Dezember 2000

Die Internet-Flatrate, die die Deutsche Telekom ihren Konkurrenten ab 15. Dezember anbietet, ist umstritten. Der Anschluss-Preis von 4800 Mark monatlich beziehungsweise 57000 Mark jährlich sei nicht zufriedenstellend, äußerte der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM).

Ein Anschluss erlaubt es, dass 30 Surfer pausenlos das Internet nutzen. Wenn die Anbieter ihren Kunden das Netz nicht 24 Stunden zur Verfügung stellen wollen, kann die User-Zahl auch höher sein. Monatliche Endverbraucherpreise von beispielsweise 80 Mark sind aber erst zu erzielen, wenn mindestens 60 Nutzer an einem der 1600 Anschlüsse hängen. Internetanbieter mit kleinem Kundenstamm sind also zumindest gezwungen, Mischangebote aus Fest- und Minutenpreis zu machen.

Dies räumte ein Sprecher der Deutschen Telekom gegenüber dem Nachrichtendienst VWD ein: Mit dem Angebot gebe die Telekom ihren Kunden eine Art Baukasten, mit dem diese ein Angebot für Flatrate-Kunden selbst zusammenstellen könnten. Uwe Heddendorp, Vorsitzender der Geschäftsführung von AOL Deutschland, bedauert: "Die Deutsche Telekom ist mit ihrem Angebot auf halber Strecke zu einem echten wettbewerbsfähigen Flatrate-Tarif steckengeblieben." Dieser Meinung ist auch Philipp Sudholt, Sprecher der Bürgerinitiative "Internet ohne Taktung", die eine Werbekampagne für die Flatrate gestartet hat (HORIZONT 49/2000): "Dieses Angebot schafft keinen Wettbewerb, sondern verhindert ihn weiter."

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