Taurus Holding stellt lange erwarteten Insolvenzantrag

Mittwoch, 12. Juni 2002
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Nach Kirch Media und Kirch Pay-TV haben jetzt auch die Dachgesellschaft Taurus-Holding und die Tochter Kirch-Beteiligungen den Weg zum Insolvenzverwalter angetreten. Damit ist das Kirch-Imperium endgültig zusammengebrochen. Die Taurus-Holding hielt die Mehrheit an Kirch Media, Kirch Pay-TV und Kirch-Beteiligungen. Wichtigste Aktiva der Beteiligungsgesellschaft sind die 40-Prozent-Beteiligung Leo Kirchs am Springer-Verlag und die Formel 1-Mehrheit.

Damit stellt sich die Frage, ob die Deutsche Bank an dem geplanten Verkauf des Springer-Pakets festhalten kann, nachdem dieses jetzt der Insolvenzmasse zugerechnet werden muss. Dagegen stehen beim Formel-1-Engagement der Kirch-Gruppe die Zeichen auf zügige Abwicklung. Die Formel 1 Beteiligungs GmbH hat bereits am Dienstag Insolvenz-Antrag gestellt und damit ein wichtiges Hindernis bei den Preisverhandlungen zwischen den Gläubigerbanken und den an der Formel 1 interessierten Automobil-Konzernen aus dem Weg geräumt.

Fortschritte macht auch die Investorensuche bei der unter Insolvenzverwaltung stehenden Kirch Media. Wie ein Commerzbank-Sprecher in Frankfurt mitteilte, hat der Vorstand am Dienstagabend beschlossen, ein Konsortium einzubestellen und ein offizielles, unverbindliches Übernahmeangebot zu machen. Nach den Worten des Sprechers "könnten" zu dem Konsortium neben der Commerzbank die zuletzt wiederholt genannte WAZ-Gruppe und das US-Studio Columbia Tristar gehören. Diese Konstellation sei allerdings nicht endgültig.
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