Targeting-Coup: United Internet Media übergibt seine Technologie an Wunderloop

Donnerstag, 22. Oktober 2009
Torsten Ahlers, CEO von Wunderloop
Torsten Ahlers, CEO von Wunderloop

Der Online-Vermarkter United Internet Media (UIM) will sein Targetingsystem Target Group Planning, kurz TGP, komplett an Wunderloop übergeben. Das Unternehmen mit Deutschlandsitz in Hamburg wird die Technologie mit seiner verschmelzen und als neutraler Dienstleister dem Markt zur Verfügung stellen - auch dem Vermarkter UIM, der Kunde von Wunderloop wird. "Ziel ist es, aus den beiden komplementären Technologien ein Angebot zu entwickeln, das das gesamte Targeting-Spektrum abdeckt", erklärt Torsten Ahlers, CEO von Wunderloop gegenüber HORIZONT.NET. Die Technologie soll Real-Time- und Predictive-Targeting ermöglichen, Performance- und Branding-Kampagnen unterstützen, Behavioral Zielgruppen aber auch standardisierte Marketinggruppen ansteuern und crossmediale Ansätze sowie spezielle Web-, Mobile- und IPTV-Kommunikation berücksichtigen.

Als Gegenwert für TGP erhält die UIM-Mutter 1&1 eine Minderheitsbeteiligung an Wunderloop. Über die genaue Höhe schweigen die Beteiligten. Die Verhandlungen sollen schnellstmöglich abgeschlossen werden, sodass schon im 1. Quartal 2010 gemeinsame Applikationen auf den Markt gebracht werden können. Mitte nächsten Jahres werden die Targetingsysteme schließlich endgültig miteinander verschmolzen. Dann sollen die TGP-Entwickler von UIM zu Wunderloop wechseln. Bis die Zusammenführung abgeschlossen ist, werden beide Technologien parallel im Markt angeboten.

Matthias Ehrlich, Vorstand von United Internet Media
Matthias Ehrlich, Vorstand von United Internet Media
Eines der Hauptziele des Deals ist es, gemeinsam ein ernstzunehmendes Gegengewicht zum Quasi-Monopolisten Google etablieren. "Wir können ein System aufbauen, mit dem wir auf Weltniveau mithalten", sagt Ehrlich.

Der Deal zwischen den beiden Unternehmen hat Gewicht. "Das Targetingsystem von Wunderloop mit UIM als Kunde wird rund 90 Prozent des deutschen Marktes abdecken", rechnet Ahlers vor. Dass es kartellrechtliche Probleme gibt, glaubt er dennoch nicht. Er geht davon aus, dass die Wettbewerbshüter den internationalen Markt betrachten, wo sich starke Player wie Google, Microsoft und Yahoo tummeln. bn

Mehr zu den strategischen Hintergründen lesen Sie in HORIZONT-Ausgabe 43/2009, die am 22. Oktober erscheint.
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