Tagesschau-App: ARD und Verleger verhandeln weiter

Mittwoch, 22. Februar 2012
Noch gibt es keine Einigung zur Tagesschau-App
Noch gibt es keine Einigung zur Tagesschau-App
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Gestern trafen sich in Köln erneut Zeitungsverleger und ARD-Intendaten, um den Streit über die Tagessschau-App der ARD beizulegen. Doch auch das Treffen am Faschingsdienstag hat offenbar noch nicht den erhofften Durchbruch gebracht. Beide Seiten erwarten jedoch eine baldige Einigung. Im Januar hatten sich Verleger und die ARD immerhin auf einen Kompromissvorschlag einigen können: ARD und ZDF sollen demnach "bei der inhaltlichen und gestalterischen Anmutung ihrer Telemedien den Schwerpunkt in fernseh- und hörfunkähnlichen Angeboten setzen", während bei den Inhalten der Verleger "Text und Foto" vorrangig seien.

Doch der Vorschlag stieß innerhalb der ARD auf unerwartet heftige Gegenwehr. Die Redaktionskonferenz Online (RKO), in der sich die Online-Verantwortlichen der ARD-Sender abstimmen, hat den Entwurf abgelehnt. Die RKO befüchtet "weitreichende negative Auswirkungen und Eingriffe in den Bestand und die Entwicklung" der ARD-Online-Angebote. Auch der Deutsche Journalistenverband hat die ARD davor gewarnt, ihre Online-Angebote nicht unnötig zu "amputieren".

Auf Nachfrage teilen die Beteiligten lediglich mit, die Gespräche seien konstruktiv gewesen und es werde eine baldige Einigung geben. Die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, eine mögliche Einigung könnte darin bestehen, vor allem die Anmutung der Tagesschau-App zu überarbeiten. Weitgehend auf Text zu verzichten, ist bei einer Nachrichten-App zweifelsohne schwierig. Am Ende könnte daher ein "kosmetischer Kompromiss" stehen. dh
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